Da gestern meine Variante vom Frühstück ja nicht so gut ankam, wurde heute wieder etwas europäischer gegessen. Zumindest die anderen, da wir noch Natto haben, muss ich das aufessen. Theoretisch hab ich ja kein Problem damit, praktisch ist mir das bloß ein bisschen viel für morgens. So wurde dann eher Melonenbrötchen, Jogurt und Obst gegessen… und auch Reis. Nach dem gemütlichen Frühstück sind wir dann nach Kyoto rein mit dem Bus, da mein Vater in ein Ninja- und Samuraimuseum dort gehen wollte. Das haben wir dann ach ziemlich einfach gefunden, bloß der Ort war etwas unerwartet. es befand sich nämlich eher versteckt mitten in einer großen Einkaufstraße. Da meine Mutter nicht unbedingt mit rein wollte, sind nur meine Schwester, mein vater und ich rein. Dort wurden wir dann von der Verkäuferin in die zweite Etage gelotst, wo dann die Führung los ging. Ingesammt war die Führung jetzt nicht ganz so mein Geschmack, weil der reele und wissensbasierende Teil etwas zu kurz kam. Dafür durften wir mit Wurfsternen und anderen Waffen uns ausprobieren. Bevor wir das Museum verlassen haben, musste mein Vater allerdings noch ein mal ein Samuraikostüm anziehen. Während er das anprobiert hat, war meine Mutter auch schon wieder da und so sind wir dann zusammen ein bisschen durch die Einkaufsstraßen spaziert.

Ziemlich schnell sind wir dann in eine Foodstreet abgebogen, die mehr so wie ein kleiner regionaler Markt war. Dort gab es dann alles mögliche an Essen zu kaufen. Besonders auffällig waren die kleinen ganzen roten Oktopusse auf einem Spieß, die man an einigen Ständen zu kaufen bekommen hat. Die hat sich aber niemand von uns getraut zu probieren. Auch waren in der Straßen einige Stäbchenläden, und ein einem musste ich mir auch ein Paar holen. Wärend ich dazu in dem Laden vor der Auswahl stand und mich nicht entscheiden konnte, hat der Rest meiner Familie sich mit einer super niedlichen Verkäuferin unterhalten, die völlig faziniert und euphorisch deutsche Wörter gelernt hat (ihr Lieblingswort wurde „genial“). Jetzt besitze ich also ein gutes Paar original handgeschnitzte Holzstäbchen. Die waren jetzt auch ein bisschen teurer, aber noch längst nicht an der Obergrenze. Man hätte dort auch für ein einfaches Paar Holzstäbchen gute 7.000¥ bezahlen können und die hätten nicht mal irgendeine Verziehrung oder so. Danach sind wir dann noch mal weiter gefahren zum sogenannten Philosophenpfad. Das ist im Prinzip nur ein etwas schöner angelegter Weg an einem kleinen Fluss entlang. Das Ende diesen Weges wird durch ein Schrein markiert und einen wirklichen Anfang gibt es nicht. Eigentlich hatten wir überlegt, dort vielleicht ein Eis oder so zu essen, aber da wir am späten Nachmittag dort ankamen, und es eher am Stadtrand lang, hatten die meisten Geschäfte schon zu. Ein kleiner Holzladen hatte aber noch auf, wo ich mir dann noch mal ein paar Stäbchen geholt habe. Hauptsächlich, weil wir in der Ferienwohnung keine haben und ich so meinen Reis nicht essen kann! Den Pfad sind wir dann bis zum Ende gefolgt und waren ganz alleine in dem eher abgelegenden Schrein. Da uns dann aber doch der Hunger eingeholt hat, haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht. Wir wusten noch nicht ganz, wo und was wir essen wollten, aber auf dem Rückweg sind wir an einer Straße vorbeigekommen, die halbwegs voll mit Restaurants war und so sind wir dann kurzer Hand dort ausgestiegen. Nach einem bisschen suchen haben wir uns dann für einen Inder entschieden, der irgendwie klein und schon ein bisschen versteckt war. Dafür war das Essen aber mega lecker und der Koch hat sich glaub ich ziemlich über uns europäer gefreut. Jedenfalls hat er uns extra persönlich ein Teil der Essens gebracht und hatte ein ziemliches Grinsen im Gesicht, während er uns leicht angestarrt hat. Nachdem wir dann voll und satt waren, haben wir uns aber wirklich auf den Weg zur Unterkunft gemacht.