Endlich durften Anni und ich auch mal zum Ernten fahren. Laut Henrik ist das ja das beste an Aufgaben, was sie hier so haben. Mit dem Bus ging es dann also zusammen auf die Felder. Problem daran war blos, dass schon auf der Hinfahrt am Morgen uns eine Anzeige mitteilte, dass jetzt schon 27ºC waren. Langsam hab ich dann auch schon genug vom Sommer. Ich bin nunmal eher ein Kältemensch. Da freu ich mich schon darauf, wenn ich wieder in Tokyo bin und den ganzen Tag in klimatisierten Gebäuden rumhängen kann und nicht mehr in der Hitze arbeiten muss. Im Bus hat dann jeder so einen Korb zum Umhängen bekommen, wie wir ihn auch beim Blüten pflücken hatten, zusammen mit einer Schere und einem Gürtel samt Halter für diese. Dann wurden wir in Zweierteams eingeteilt, ich dabei sollte mit Henrik zusammenarbeiten. Als wir dann auf den Plantagen ankamen, hat er mir auch erklärt, was wir machen sollten. Mit der Schere die buntan abschneiden, den Stiel wenn so kurz wie möglich abschneiden und die Frucht dann in den eingenen Umhängekorb legen. Wenn dieser voll ist (oder er einfach zu schwer ist),dann in einer der blauen Kisten am Rand ausleeren. Diese wurden dann von einem Auto aufgesammelt und zur Firma gefahren. Das war im Prinzip ziemlich einfach. Henrik und ich mussten jeweils zusammen eine Baumreihe bearbeiten. Ich wurde dabei für die unteren Früchte eingeteilt, während Henrik sich um die oberen kümmern sollte. Er hatte dafür eine Leiter bekommen, konnte aber auch einfach von selber in den Baum klettern. An sich hatte ich am Anfang auch eine Leiter bekommen, aber sie muss sich jemand anderes gemopst haben, denn nachdem er wir alles erklärt hatte, war meine Leiter weg. Da ich aber sowieso nicht so ein Freund von Leitern bin, fand ich dass allerdings nicht ganz so schlimm. Auch bin ich irgendwann ebenfalls dazu übergegangen, einfach zu klettern um an die Früchte zu kommen und das hat definitiv mehr Spaß gemacht, weil ich ja sowieso ein Freund vom Klettern bin. Leider war es bloß unglaublich heiß, weshalb man natürlich sofort angefangen hat zu schwitzen. Seltsamer Weise hab ich im Gegensatz zu den anderen nicht im Gesicht geschwitzt, weshalb Henrik meinte, dass ich einfach gar nicht geschwitzt habe, einfach weil es so aussah, aber es war definitiv nicht so. Man war einfach sofort überall nass, was schon ganz schön eklig war. Das klettern war trotzdem ziemlich nice. Gerade wenn ich manchmal so hoch bin, dass ich über die Baumkronen gucken konnte. Da hab ich mich schon ein bisschen wie Bilbo gefühlt. als er ebenfalls in die Baumkronen des Düsterwaldes geklettert ist, auch wenn es bei mir nicht ganz so unheimlich unter mir war wie beim ihm, dafür aber bestimmt 20ºC wärmer. Einer der anwesenden älteren japanischen Herren hatte seine ganz eigene Lösung gegen die Hitze. Er hatte nämlich einfach eine elektrische Lüftung in seiner Jacken… ja moin, er lebt halt einfach in 2030. Generell war es ganz schön seltsam, weile einige Japaner einfach gefühlte 10 Klamottenschichten anhatten, dass die nicht gestorben sind, ist mir ein Wunder. Obwohl der Tag sich heute heute ziemlich kurz angefühlt hat, war ich trotzdem ziemlich kaputt danach. Einerseits wegen der Hitze und andererseits wegen dem ganzen Klettern in Gummistiefeln. Insgesammt kann ich Henrik aber rechtgeben damit, dass das definitv Spaß gemacht hat. Wieder zuhause war ich aber einfach nur froh über die Dusche, da man einfach überall geschwitzt hat und dementsprechend auch geklebt hat.
