
Der erste Arbeitstag…
Ab heute müssen wir wieder früh aufstehen. Aber im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt hier, können wir eine halbe Stunde länger schlafen, da alles eine halbe Stunde später anfängt. Da es der erste Tag war, bin ich auch noch ziemlich gut aus dem Bett gekommen. Dann ging es runter in die Küche und überraschenderweise war es dort nicht so voll wie erwartet. Denn bei 16 Leuten hatte ich eine rappervolle Küche erwartet. Mittlerweile sind es auch 5 Autos die wir haben (als wir gegangen sind, waren es 3). Zusammen mit allen anderen ging es dann also 7 Uhr los Richtung Arbeit. Das einzige Problem war, dass es heute geregnet hat, aber da die anderen und wir ja auch schon die letzten Tagen frei hatten, wurde heute keine Pause eingelegt. In der Firma wurden wir dann erst mal alle mit dem japanischen Pendant zu „Willkommen zurück“ begrüßt und von einigen sogar in eine Umarmung gezogen. Da fühlt man sich natürlich gleich wohl. Wie vom letzten Mal gewohnt sind wir dann in den Flur gegangen und haben auf die morgentliche Versammlung gewartet. Bei dieser mussten wir uns unerwarteter Weise noch mal vorstellen und da wir nicht damit gerechnet hatten, hatten wir uns keine Sätze zurechtgelegt und eher weniger gut etwas improvisiert. Danach ging es dann mit dem Bus nach Otsuki. Mit dem Bus fahren immer die großen Gruppen, da dort fast 20 Mann reinpassen. Es war schon irgendwie komisch, da alles irgendwie so gewohnt war, aber trotzdem noch leicht fremd. So hab ich zum Beispiel auch die Umgebung erkannt und der Ausblick hier ist immer noch wunderschön. An dieser Stelle möchte ich einmal Ole für die sehr unterhaltsamen Sprachnachrichten an diesem Morgen danken…Sie haben mir die Fahrt sehr erheitert. In Otsuki angekommen hat dann jeder einen Korb zum umhängen bekommen und uns wurde die heute Aufgabe erklärt. Wir sind eingeteilt worden für hanatori (nach meinem Japanischkenntnissen würde das „Blumenvogel“ übersetzt heißen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Übersetzung ne andere ist). Wir sollten von den fast blühenden Bäumen die geschlossen Knospen flücken. Dabei nur welche mit einer bestimmen Größe und die so weich waren, wie Ohrläppchen. Um das fühlen zu könne haben wir sogar Handschuhe bekommen, wo der Daumen und Zeigefinger oben abgeschnitten war. Komplett in Regensachen eingehüllt, um dem Niesel zu entgehen, ging es dann raus. Jeder hat dann eine Reihe zugewiesen bekommen und dann durfte man losflücken. Nach einer Weile wurden dann alle zusammengetrommelt und die geflückten Blüten ins Auto umgelagert, welches danach zur Firma gefahren ist. Da hab ich dann auch gesehen, dass die Japaner viel mehr Blüten hatten und die können niemals alle auf den Weichheitssgrad überprüft haben, denn dann hätten sie wie ich viel länger gebraucht. Also habe ich mich danach mehr an der Größe orientiert. Am Anfang wussten Anni und ich nicht wirklich, wofür wir die Blüten sammeln, aber Henrik meinte, dass die wahrscheinlich für künstliche Befruchtung genutzt werden. Im Laufe des Tages wurde der Regen eher doller und langsam ist man durchgeweicht. Jedes mal, wenn ich den Arm gehoben habe, konnte ich richtig spüren, wie das Wasser von meinen Hanschuhen unter die Regenjacke läuft und vom Pulli aufgesauft wird. Irgendwann ist mir das Wasser auch von oben in die Gummistiefel gelaufen, so dass aller nur nass und eklig war. Das führte dann natürlich auch dazu, dass es kalt wurde. Zum Glück nicht sehr, weil die Außentemperatur immer noch hoch genug war. Trotzdem wurde es von Minute zu Minute unangenehmer und ich war froh, als wir endlich wieder zurück gefahren sind.
Zuhause angekommen bin ich dann sofort duschen gegangen, da alles einfach nur nass, kalt, dreckig und eklig war. Ich hätte ja auch gerne meine Sachen zum trocken afgehangen, bloß haben wir keine Wäschestange. In der Not habe ich dann Plastikfolien auf dem Boden ausgebreitet und die Sachen dann sarauf gelegt, in der Hoffung, dass sie morgen dann trocken sind.
Und ich merk jetzt schon, dass ich hier wieder wenig Zeit für meinen Kram habe…