day 171 [19.07.]

Da wir ja nur ausgemacht haben, dass Anni mir schreibt, wenn sie aufgewacht ist und Lust hat, was zu unternehmen war mir schon klar, dass ich de kompletten Vormittag Zeit habe. Also hab ich so ziemlich gar nichts gemacht. Einerseits habe ich irgendwie in letzter zeit nicht mehr wirklich die Motivation was zu machen und andererseits, hab ich hal auch kein Geld mehr. Irgendwann gegen 14 Uhr hat Anni mich dann angeschrieben und gefragt, ob ich nicht hätte, in den Garten in Shinjuku zu gehen. Da hätte ich ja fast lachen können. Sie kommt halt nachmittags an und fragt, ob wir noch was unternehmen wollen? Ich frage mich, wann sie lernt, dass Dinge in Japan gerne mal früh zumachen. Zudem hätte ich auch noch eine Weile hin gebraucht und wirklich Lust, auf nur den Eintritt für die letzte Stunde zu bezahlen hatte ich nicht wirklich. Das hätte sie sich mal früher überlegen sollen. Also haben wir uns dann lediglich für etwas früher im Lockup verabredet. Nachdem ich mich dann fertig gemacht hatte, bin ich also zur vereinbarten Zeit nach Shinjuku gefahren. Auf dem Weg dorthin hat mir Annika dann aber geschrieben, dass sie etwas später kommen wird und da ich etwas vor Zeit angekommen wäre, hätte ich dann ein Moment warten müssen. Ich hab dann lieber die Zeit noch genutzt und bin noch zwei Stationen weter nach Harajuku gefahren. Der Platz hat aber auch eine magische Anziehung auf mich. Dort hab ich allerdings nur kurz Sticker für meinen Koffer geholt, ehe ich auch schon los musste, um halbwegs pünktlich zu kommen. Die nächste Herausforderung war allerdings, sich mit Annika an der Shinjuku Station zu treffen, da der Bahnhof schier unendlich ist. Ich hab ihr zwar den Ausgang geschrieben, zu dem sie kommen sollte, aber den hat sie nicht gefunden. Also haben wir ewig miteinander hin und her geschrieben, ehe wir uns gefunden hatten und zusammen zum „The LockUp“ gehen konnten. Ich war in diesem Restaurant ja schon mal mit Marie, aber Anni wollte auch unbedingt da hin. Für mich war es deshalb auch nicht mehr ganz so spannend wie am Anfang. Auch hatten wir diesmal nicht eine kleine Zelle für uns, sondern saßen in einem Raum mit zwei großen Tischen, wo noch eine andere Gruppe mit drinnen saß. Ich fand, dass dadurch ein kleines bisschen die Stimmung ruiniert wurde, aber nicht desto trotz war es immer noch cool. Als dann die Show losging, wusste ich ja schon was ungefähr kommen würde, aber Anni hat man angesehen, dass sie mehr als nur verwirrt war und überhaupt nicht wusste, was abging, als dann plötzlich irgendwelche Leute in Horrorkostümen in unserern Raum gestürmt kamen. Diesmal war die Show auch leicht anders, als beim letzten Mal. Jedenfalls haben wir kurz nachdem sie vorbei war auch bezahlt und sind wieder raus gegangen. Und dann wurde mir kurz bewusst, dass das mein letzter Abend draußen in Tokyo ist. Das vorerst letzte Mal, wo ich durch die mittlerweile so vertrauten nächtlichen, erleuchteten und menschenbefüllten Straßen laufe. Klar werd‘ ich Japan vermissen, aber im Moment freue ich mich erstmal wieder darauf, nach Deutschland zurück zu kehren… Wir haben dann auch nichts mehr gemacht, außer dass sich Annika noch einen Bubbletea geholt hat, ehe wir dann getrennet Wege gegangen sind und jeder zum eigenen Guesthouse gefahren ist. Als ich dann nachts im Bett lag, viel es mir irgendwie schwerer einschlafen, was ich bestimmt auf die unterschwellige Nervosität schieben kann, die sich in mir breit macht.

 

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