Der letzte komplette Tag mit meiner family hier in Tokyo, ehe sie morgen wieder zurück nach Deutschland fliegen. Für heute hatten wir damals schon in Kyoto Karten für das Teamlab Borderless bestellt. Das ist eine Kunstaustellung, die sich mit digital art und special effects befasst. Dafür haben wir uns dann 11 Uhr an der Nippori Station getroffen und sind dann zusammen nach Odaiba gefahren, was an der Bucht von Tokyo liegt. Da ab heute der Railpass meiner Familie nicht mehr gilt, mussten wir nicht mehr daraf achten, nur JR-Linien zu nehmen und konnten endlich auch wieder die anderen nehmen die in solchen Fällen meist günstiger und schneller sind. In Shimbashi mussten wir dann in eine andere Linie umsteigen und sind von dort aus mit einer Bahn gefahren, die ähnlich wie mein Liner hier draußen über dem eigentlichen Bodenniveau fährt. Dadurhc war die Fahrt zur Austellung hin auch schon besonders, weil man einen ziemlich guten Ausblick über Odaiba hatte. Dort angekommen mussten wir noch ein bisschen Laufen, um zum richtigen Gebäude zu kommen. Um da hin zu gelangen, mussten wir aber durch das Showcase von Toyota, wo wir nicht drum rum kamen, uns ein bisschen umzusehen. Mir hat am besten das ziemlich futuristisch aussehende Modell des mit Wasserstoff betriebenden Autos gefallen, aber leider ist das noch nicht marktreif. Meine Schwester wollte dann unbedingt in einem der ausgestellten Simulatoren einmal Probefahren und hat das dann auch mehr oder weniger erfolgreich (am Anfang war es schon ein ziemliches von Bande zu Bande fahren) geschafft. Anschließend sind wir aber nun wirklich zur Austellung gegangen, nur um dann dort festzustellen, das die Schlange zum reingehen einfach unendlich lang war. Aber da wir nunmal schon Tickets hatten, haben wir uns dann auch angestellt. Es ging dann aber tatsächlich ziemlich schnell vorwärts und nach circa einer dreiviertel Stunde waren wir dann drinnen. Dann standen wir erstmal in einem dunklen Flur und mussten uns mehr blind zum ersten Raum tasten. Die Ausstellung besteht aus mehreren Räumen in denen jeweils verschiedene Installationen sind. Das besondere daran ist, dass man selber mit den Kunstwerken interagieren kann. Im ersten Raum zum Beisspiel wuchsen wenn man still stehen blieb, um einen Blumen und wenn man sich bewegte, wurden die wieder zerstört. Mittels App, die durch den Standort den Raum ermittelte, hat man dann immer erfahren, was das jeweilige Kunstwerk darstellt und wie man damit interagieren kann.

Durch die Dunkelheit, das Licht und die vielen Spiegel hatten die Räume oft ihre eigene Art von Universum und Unendlichkeit. Einige von ihnen waren richtig cool, während andere auf ihre eigene Ar und Weise anstrengend waren. Aber das lag vor allem an der oftmals etwas zu lauten Musik, die einem irgendwann schon ein bisschen auf den Keks ging. Vor allem wenn man wie ich ein Mensch ist, der schnell auf überladene Dinge reagiert und wenn die letzten Tage auch noch anstrengend waren, es schnell mal in Migräne endet. Zum Glück blieb es bei mir aber nur beim leicht brummenden Schädel, aber wir waren ja auch eine ganze Weile in der Ausstellung. Leider wurde es zum Ende hin immer voller, weshalb die Ausstellung ein bisschen an Charm verloren hat, auch warum wir nicht in dem wohl berühmtesten Raum, da man für diesen noch mal extra bestimmt 1,5 Stunden hätte anstehen müssen und da hatten wir dann, Geräuschgenudelt wie wir waren, keine Lust mehr draus. Also haben wir die Austellung verlassen und sind doch ein kleines bisschen in Odaiba rumgelaufen. Unser Ziel war dabei der Unicorn Gundam, den mein Vater unbedingt sehen wollte. Da es schon später Nachmittag war, haben wir dann noch was gegessen, ehe wir auch schon wieder zurück gefahren sind. Ich bin dann mit meiner Schwester zum meinem Guesthouse gefahren, weil sie mal sehen wollte, wie ich so lebe. Dabei fand sie es eigentlich genauso wie ich ziemlich cool und hat sich sofort in mein Bett verliebt und wollte da am liebsten gar nicht mehr raus. Während sie dann also in meinem Bett lag, hab ich ein paar meiner Sachen gepackt, da meine Eltern noch ein bisschen Platz in ihren Koffern haben und ich diese Möglichkeit nutze, um schon ein paar Sachen loszuwerden. Also hab ich meinen großen Rucksack vollgepackt und meine Winterjacke in den Kissenbeutel meines Kookie-Kissens (natürlich mit Kissen) gestopft. Dann sind wir zum Hotel gefahren, wo meine Eltern auf uns warteten. Dort haben wir dann ein letztes Mal hier in Japan gemeinsam Abendbrot gegessen und danach die Sachen gepackt. Ich lag währenddessen eher nutzlos auf den Betten rum und habe mich mit meiner Schwester gekabbelt. Tja und irgendwann hieß es dann Abschied nehmen. Was für mich aber nicht ganz so schlimm war, da wir uns ja in nicht mal zwei Wochen wiedersehen werden und das im Vergleich eine echt kurze Zeit ist. Trotzdem haben meine Schwester und ich uns ganz dramatisch an der Tür verabschiedet und dann war ich wieder für mich, alleine hier in Japan.