day 159 [07.07.]

Der Wecker klingelte mal wieder früher, da wir noch packen mussten. Nachdem ich halbwegs damit fertig war (meine Eltern hatten gestern schon gepackt und meine Schwester hatte nicht so viel), sind wir erst mal runter zum frühstücken gegangen. Bin ich froh, dass ich ab morgen nicht mehr semipassables Toast mit nur süßer Marmelade essen muss. Nachdem dann jeder seinen Kaffe ausgetrunken hatte, sind wir wieder hoch um noch den Rest fertig zu machen. Während ich dann also meine letzten drei Sachen in den Rucksack gestopft habe, hat der Rest eher ein bisschen das Zimmer aufgeräumt. Fertig gepackt sind wir dann runter gegangen. Wo uns der Japaner dann überschwänglich verabschiedete und auch Fotos von uns machte (soweit ich weiß, für seine Website). Dann sind wir Richtung Bahn gelaufen, schön durch das ruhige Städchen mit unseren lauten Rollkoffern. Am Bahnhof sind wir in die Bahn eingestiegen und Richtung Nagoya gefahren. Ich finds schon seltsam, dass wir scheinbar so mitten im Nirgendwo sind, dass es am Bahnsteig nicht mal ein Ticketgate gibt und wir einfach rein konnten. So mussten wir dann auch dem Typen in der Bahn Bescheid geben, dass ich kein Ticket habe. Abgesehen davon, dass er erst mal drei Mal an uns vorbei ist, ohne uns zu konrollieren, frage ich mich, ob ich vielleicht bis Nagoya ohne Ticket gekommen wäre. Aber spätestens an den Ticketsgates dort hätte ich dann ein Problem gehabt. So sind wir dann den Rest der Fahrt problemlos durchgefahren.

In Nagoya angekommen mussten wir dann erst mal raus aus den Gates, um dort die Shinkansentickets zu kaufen. Nachdem wir das gemacht hatten, hatten wir noch ein bisschen Zeit, bin dieser fuhr, weshalb wir uns wie irgendwie sämtliche Japaner immer uns was zu essen für die Fahrt geholt haben. In der normalen Bahn ist es ja absolut unhöflich etwas zu essen, aber in Shinkansen essen, warum auch immer, fast alle. Kurz darauf befanden wir uns dann auch schon im Hikari Shinkansen und waren auf dem Weg Richtung Tokyo. In Tokyo angekommen haben wir uns dann gleich auf den Weg zu unseren Unterkünften gemacht, Da die neue Unterkunft meiner Familie viel näher als die letzte bei mir liegt, konnten wir noch ein großen Teil des Weges zusammen fahren, ehe ich dann eine Station vor ihnen ausgestiegen bin. Dann war ich wider auf dem Weg zu meinem Guesthouse, was schon ein bisschen Heimatfeeling hatte. Aber auch nur, weil ich da schon relativ lange gewohnt habe. Dort angekommen war ich erst mal alleine, beziehungsweise lief mir niemand über den Weg. Also hab ich die Möglichkeit genutzt und erst mal in Ruhe meine Sachen sortiert. Der Typ unter mir ist mittlerweile ausgezogen und so hab die Möglichkeit genutzt, mich ein bisschen über meinen eigentlichen Platz hinaus auszubreiten. Aber mal ganz ehrlich, den Platz den ich zum Sachen unterbringen habe ist halt auch echt gering. Da ich einen Großteil meiner Sachen schon ordentlich in den Koffer geräumt habe, hab ich jetzt auch mehr ein Bild davon, wie viel ich noch zusätzlich unterbringen mus und im Gegensatz zu meinen Befürchtungen, glaube ich, dass zwei Koffer locker reichen. Aber wenn man bedenkt, ich bin nur mit einem Koffer hergekommen und werd‘ mit zwei vollen wieder abreisen…

Nachdem ich dann alle meine Sachen einmal durchsortiert hatte, habe ich mich an den Schreibtisch im Zimmer gesetzt und ein bisschen am Laptop gearbeitet. Irgendwann hörte ich dann auch aus der Küche Stimmen von anderen Bewohnern hier und ich hab lange rumgerätselt, welche Sprache sie sprechen. Bis ich dann rausgegangen bin und kurz mit den Leuten gesprochen habe und hilfe, gefühlt sind hier alles neue Leute und ich kenne niemanden mehr. Jedenfalls haben die Leute einen Mix aus Japanisch, Spanisch, Englisch und Italienisch gesprochen… kein Wunder, dass es so seltsam klang. Ich hab mich dann kurz mit ihnen unterhalten. Es waren eine Spanierin (die glaub ich zwei Tage vor meiner Abreise eingezogen ist) die Englisch, Spanisch und ein bisschen Japanisch konnte, ein Italiener der eher weniger Japanisch, dafür aber Englisch konnte und ein Mexikaner, der kein Englisch, dafür aber Japanisch konnte. Bloß war er nicht ganz so leicht zu verstehen, da er Japanisch mit Spanischem Akzent geprochen hat, was sehr ungewohnt klang. Deshalb hat auch die Spanierin größtenteils Übersetzer gespielt. Ich bin dann aber irgendwann auch wieder zurück in den Schlafraum, wo von den 16 Betten immer noch nur 4 belegt sind, und bin dann irgendwann auch schlafen gegangen.

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