Den Tag haben wir uns mal keine genaue Zeit ausgemacht, um uns zu treffen, da ich laut meinen Eltern auch mal ausschlafen sollte (vielleicht hab ich das auch gebraucht). So konnte ich morgens gemütlich aufstehen, auch wenn ich immer noch nicht viel geschlafen hatte, duschen gehen und mich fertig machen. Danah bin ich dann nach Shinjuku ins Büro von der Organisation, von der mein Guesthouse ist, gefahren, um die Bettensituation zu ändern. Es war ja schon von Anfang an komisch, in einem Raum mit 16 Betten (8 Doppelstockbetten), wovon nur 4 Betten belegt waren, genau über einer Person zu schlafen. Die sich dann noch so ausbreitet, dass ich nicht mal mehr an meine Sachen unter dem Bett ran komme. Ich hab mich einfach ständig gefühlt, als würde ich ihn dem perönlichen Raum von der Person leben, was ziemlich unangenehm war. Abgesehen davon, dass die Person in ihrer Existenz mich irgendwie lowkey triggert, das laute Atmen, die Unordung und noch einige weitere Angewohnheiten, die irgendwie Ekel in mir auslösen… vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu anfällig und leicht reizbar mit solchen Dingen. Jedenfalls hat mir gestern Abend klar gemacht, dass das so für mich nicht weiter gehen kann, also wollte ich zum Büro, um mein Bett zu wechseln. Es war irgendwie schon seltsam, mal wieder alleine durch Tokyo zu fahren. Im Büro angekommen, musste ich erst einen kurzen Moment warten, ehe ich dann von jemanden geholt wurde. Nachdem ich ihn mein Anliegen vorgetragen hatte, das Bett innerhalb meines Raumes zu wechseln, fragte er mich nach Namen und Guesthouse, wahrscheinlich um sich zuzuorden. Als er mich danach weiter auf Deutsch ansprach war ich kurzzeitig leicht verwirrt, einfach weil ich überhauot nicht damit gerechnet habe und erstmal mein Sprache im Kopf wieder umpolen musste. Insgesammt machte es das aber einfacher, ihm mein Problem zu erklären (auch wenn ich den Grund etwas abgeschwächt vormuliert hatte). Theoretisch hätte ich bei dem Umzug noch mal eine neue Einzugsgebühr zahlen müssen, da ich aber im selben Haus bleiben wollte, ist der dann noch mal zum Management um zu fragen, ob die Gebühr wirklich notwendig ist. Also musste ich eine Weile warten. Als er dann wieder kam erklärte er mir, dass sie sowieso vor haben, den R-Flügel (in dem ich lebe) zu einem reinem Frauenzimmer zu machen. Das würde heißen, dass sämtliche Typen (also auch der unter mir schläft) innerhalb der nächsten Woche ausziehen und in den L-Flügel wechseln müssten. Damit wäre ich dann nicht nur den Typen im Bett unter mir, sondern auch den Thailänder zumindest aus meinem Schlafraum los (ergo auch keine seltsamen Zettel mit Nachrichten in meinen Sachen). Da sich damit meine Probleme gelöst hatten, brauchte ich das Bett nicht zu wechseln und bin aus dem Büro raus. Dann hab ich mich mit meiner Familie in Ueno verabredet, weil wir uns noch den Tempel in Asakuza angucken wollten. Also bin ich mit der Bahn dort hin und meine Familie hat sich ebenfalls auf den Weg gemacht. Am Bahnhof haben wir uns dann getroffen und sind gemeinsam Richtung Tempel durch die kleinen Straßen von Ueno gelaufen. Der Tempel war wie erwartet vollkommen mit Tousisten überfüllt. Aber was erwartet man auch vom ältesten und größten Tempel in Tokyo.

Deshalb blieben wir auch nicht lange dort und sind ziemlich schnell in den kleinen anliegenden Garten gewechselt. Von dort aus sind wir dann weiter in die anliegenden kleinen Einkauftraßen rein, wo wir uns ein bisschen umgeguckt haben. Dort haben wir auch ziemich viele Messerschmieden gesehen, wo mein Vater und ich natürlich sofort begeistert waren. Da meine Schwester allerdings keine Lust zu laufen mehr hatte und mehr rumbockte, hatten wir nicht wirklich entspannt Zeit, uns alles anzugucken. So sind wir dann weiter Richtung unseres letztes Zieles: der Ueno Park. Dort angekommen hatte meine Schwester aber nicht wirklich Lust, sich diesen noch anzugucken, weshalb sie sich zusammen mit meiner Mutter unten auf eine Parkbank setzten, während mein Vater und ich noch kurz hoch zum Denkmal des letzten Samurais gegangen sind. Mittlerweile war es auch schon später Nachmittag (bzw. früher Abend), weshalb wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht haben. Es wurde dann ein Fließband-Sushi-Restaurant. Am Anfang musste ich erst mal erklären, wie man hier per Tablet bestellen kann und auch wenn es für mich so ziemlich selbsterklärend war, schaffte es meine Mutter, über die Hälfte des Angebots dort zu übersehen oder eher nicht zu finden. Trotzdem war es lecker und wir wurden alle satt. Anschließend sind wir zurück nach Akihabara ins Hotel gefahren. Dort habe ich dann die Sachen die meine Eltern von Annis Eltern für Anni mithatten mitgenommen um sie bei mir (wo ich keinen Platz habe) zu lagern. Anschließend hab ich mich auf den Weg zu meinem Sharehouse gemacht… oder besser gesagt ich wollte es. Denn ich bin nach noch mal nach Shin.Okubo gefahren, um mir EINEN verdammten Sticker zu holen. Da wir morgen nach Kyoto fahren, hätte ich ansonsten keine Zeit mehr und ich wollte den gerne jetzt haben. Also hieß noch mal halb durch Tokyo zu fahren, um in das Viertel zu kommen. Dort hab ch mir dann auch einen Sticker von V geholt, der jetzt auf meiner Suica card klebt und ja, ich bin glücklich damit. Zusätzlich hab ich mir noch ein paar Masken geholt, unter anderem auch welche mit Lavendelgeruch. Nach dem doch etwas zeitintensiven kleinen Abstecher bin ich dann zurück zur Unterkunft, wo ich dann bestimmt 23 Uhr angefangen habe, meine Koffer zu packen… also eigentlich einen Rucksack, weil mein Koffer doch etwas zu groß für die kurze Zeit ist. Nachdem ich damit fertig war, bin ich auch schlafen gegangen. Heute war ich dann gegen den Gestank vorbereitet, indem ich mir einfach einen Munschutz mit so Eigengeruch aufgesetzt habe. Folglich habe ich anstatt Zigarettengestank nur etwas was an Lavendel erinnerte gerochen und konnte problem- und aggressionslos einschlafen.