Da heute noch mal schönes Wetter angesagt wurde, haben sich meine Eltern für den Ausflug nach Kamakura entschieden. Schön bei dreißig Grad in der Sonne Wandern gehen… JA da hab ich RICHTIG Lust drauf… Wir haben und dann also an der Tokyo Station getroffen und sind von dort aus mit der Express Line nach Kamakura. In Kamakura angekommen wurde mir dann eröffnet, dass wir eigentlich nach Kita-Kamakura wollten (eine Station davor) und bloß darauf vertraut wurde, dass ich schon an der richtigen Station austeige. Wäre ja mal schön gewesen, wenn man mir vorher die Endhaltestelle verraten hätte. So waren wir dann am Hauptbahnhof von Kamakura was aber, nach einem Blick auf die Karte mit den Wanderpfaden, jetzt nicht ganz so dramatisch war, weil wir einfach die Tour von hinten an Laufen konnten und so zum Schluss dann Kita-Kamakura rauskommen würden. Dort befnad sich nämlich ein Schrein, den mein Vater sich unbedingt angucken wollte, den ich schon bei meinem letzen Besuch hier angeguckt hatte. Wir sind dann jedenfalls vom eigentlichen Ziel losgelaufen, Richtung Start und damit auch Richtung ersten Tempel. Der erste Teil des Weges führte natürlich schön durch die Straße mit den ganzen Touri- und Souvenirshops lang, wo einem Aufgrund der Sonne schon gleich der Kopf weggebrezelt wurde und meine Laune dementsprechend sank. Ich bin immer noch keinen Sonnenfanatiker und obwohl sich meine Abneigung gegen Licht und Wärme in Form eines Sternes schon deutlich gelindert hat, bekomme ich, wenn mir eben diese in schöner Intensität ungehindert auf mein Haupt schlagen, nunmal Aggressionen. Ein Vampir braucht nunmal Schatten (und bei einem Halbvampir sieht es ganz ähnlich aus). Der erste Tempel, welcher sich nicht unweit vom Bahnhof entfernt war, war schon beeindruckend groß, aber der Tatsache der einfachen Erreichbarkeit geschuldet auch ein bisschen überfüllt. Während meine Eltern dann mit Staunen und leichter Begeisterung das Gelände erkundeten, achtete ich nur möglichst darauf, mich von einem Schattenfleck zum nächsten zu bewegen und möglichts wenig Zeit in der Sonne zu verbringen. Währenddessen schien meine Schwester meine Aversion zu teilen und bekleidete sich ebenfalls mit eher Missmut als Motivation. Da der Ort aber meinem Altern zu überfüllt war sind wir ziemlich schnell weiter gegangen, weg von den großen Menschenmassen und ab auf den Wanderweg an den ganzen großen Tempeln vorbei. Wobei Wanderweg jetzt auch etwas übertriebn war, da es eher an den Straßen entlang ging (auf den nicht vorhandenen Bürgersteigen hier in Japan). Der nächte Tempel den wir uns anguckten war wieder ein etwas größerer in diesen wir diesmal auch reingingen. In seinem Aufbau und erscheinen erinnerte er mich sehr an den Tempel in der Nähe der Kita-Kamakura station, aber ich glaube, dass viele Tempel hier in Japan generell sehr ähnlich sind. Deshalb hat es mich jetzt nicht ganz so geflasht wie den Rest der Familie was jetzt nicht heißt, dass der Tempel nicht beeindruckend war. Mittlerweile hat sich meine Animosität gegenüber der Einstrahlung auf meinem kopf auch etwas geelgt und ich konnte den Ausflug mehr genießen. Besonders schön war der Aussichtspunkt in den Garten. Auch wenn dieser nicht sehr beeindruckend war hatte er doch etwas Beruhigendes.

Eine Sache die ich in Deutschland wieder begrüßen werde ist, nicht mehr so sehr anders aussehe. Klar werde ich immer noch nicht der „normalen“ Schönheits- und Modenorm entsprechend (aber was ist die schon?), aber wenigstens bin ich dann nicht mehr fünf Köpfe größer als alle und passe besser ins Bild. Generell bin ich es mittlerweile schon gewohnt, angestarrt zu werden, aber wenn einem eine ganze Grundschulklassenstufe mehr als offensichtlich hinterher schaut, dann ist das schon seltsam (und eher unangenehm) für mich. Nach einer Weile haben wir den Tempel dann auch wieder verlassen und sind weiter gegangen. Auf dem Weg sind wir an einem Tempel vorbeigegangen, der für seine Hortensienpracht bekannt war. Kurz haben meine Eltern überlegt ob wir da rein gehen wollten, aber ich hab sie dann dazu überredet. Der einzige Tempel den wir uns noch angucken wollten, war der, den ich schon gesehen hatte und dieser unterschied sich jetzt nicht sonderlich von dem grade eben. Also sind wir dann doch rein gegangen und es hat sich schon gelohnt. Zwar tummelten sich auf den eher engen Wegen durch das Tempelgelände einiges an Menschen, aber die Hortensien waren wirklich in Massen da und bereicherten den Tempel mit ihrer Pracht um einiges. Nach diesem kurzen Abstecher ging es dann zum Endziel. Da wir ja schon ähnliche Tempel gesehen hatten, blieben meine Mutter, meine Schwester und ich draußen, da nur mein Vater wegen einem Denkmal in den Tempel wollte. Also haben wir uns währenddessen in den Nähe des Bahnhofes hingesetzt und unsere letzten Poviantvorräte vertilgt. Nach relativ kurzer Zeit kam dann mein Vater wieder und wir sind zurück nach Tokyo gefahren. Nachdem wir dann dort etwas Essen waren, haben wir und getrennt und jeder ist nach Hause gefahren. Während das für meine Familie so ziemlich das Ende des Tages kennzeichnet, ist für mich der Tag noch lange nicht vorbei. Nachdem ich nich fast eine Stunde lang zum Guesthouse gefahren bin, setz‘ ich mich an meinem Laptop und fange an zu Arbeiten… naja zumindest möchte ich das gerne, aber dass dabei einiges an Zeit auch für sinnlose Videos zum Abschalten draufgeht kann ich nunmal nicht leugnen. So geh ich dann spät schlafen, nur um morgens früher aufzustehen, um wieder pünktlich am Treffpunkt mit meinen Eltern zu sein. Das ich zu wenig schlafe kann ich aber noch nicht behaupten…