day 147 [25.06.]

Der zweite Tag mit meiner Familie hier (oder alternativ auch der erste Richtige). Wir haben uns um 10 Uhr an der Akihabara Station getroffen und sind von dort aus nach Nezu gefahren, um den dortigen Schrein zu besichtigen. Heute war alles schon ein bisschen entspannter als gestern und langsam haben sich auch die anderen an Tokyo gewöhnt. Es sit echt unglaublich, wie schnell man sich mit bestimmtes Dingen arrangieren kann und ohne Probleme sich anpassen kann. Am Endbahnhof angekommen mussten wir dann noch ein kleines Stücken laufen und da Nezu eher ruhiger ist, haben meine Eltern sich Zeit genommen, die Wohnbauten von Tokyo etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Für mich ist das mittlerweile alles ziemlich normal und kaum eine Beobachtung Wert, aber ich weiß, dass ich am Anfang auch noch so fasziniert war (und wenn ich genau darauf acht gebe, eigentlich auch immer noch). So sind wir dann zum Schrein gelaufen und kurz danach auch schon angekommen. Während wir dann so über das Gelände gelaufen sind, hab ich immer Mal wieder ein bisschen von dem was ich weiß, erzählt oder bestimmte Dinge erklärt. Yeah, geführte Touren mit Halbwissen von mir! Ich glaube ich kann schon behaupten, dass meiner Familie der Tempel gefallen hat. Im Gegensatz zu den Straßen von Tokyo sind die Tempel doch noch mal erstaunlich ruhig, fast wie eine Oase im Großstadtdschungel. Deshalb sind diese bei den Japanern wahrscheinlich so beliebt. Wir Touristen erfreuen uns ja da eher an der wirklich schönen und beeindruckenden Bauweise, da wir auch mit der Religion eher weniger zu tun haben.

Nachdem wir den Tempel zu genüge auf uns wirken lassen haben sind wir weiter nach Shin-Okubo oder auch Korea-Town. Da meine Schwester und ich ja beide K-Pop hören, musste ich da mit ihr hin. Zudem gibt es da auch relativ viel Streetfood und ein kleiner Hunger hat mich schon geplagt. Also sind wir mit der Bahn da hin gefahren. Mittlerweile glaub ich auch, dass meine Familie genauso wie ich anfangen, das Bahnsystem hier zu lieben. Denn auch wenn es manchmal voll ist, ist es trotzdem angenehm, einfach weil das System dahinter funktioniert, alles eigentlich pünltlich ist und genügend Züge ÜBERALL hin fahren (und ja auch weil die Züge klimatisiert sind). In Shin-Okubo angekommen haben mein Vater und ich uns in der Nähe des Bahnhofes einen koreanischen Corndog geholt. Da meine Mutter eher einen Kaffee haben wollte, haben wir uns dann auf die Suche nach einem Café gemacht. Ziemlich in der Nähe haben wir dann auch von unten eines im zweiten Stock gesehen, welches wir dann auch als unser Ziel wählten. Lediglich den Eingang dafür zu finden war dann nicht ganz so einfach, bis meine Schwester dann eine Hinterhoftreppe entdeckte, die tatsächlich in den zweien Stock führte. Und obwohl sie keineswegs aussah, als wäre sie für die Öffentlichkeit bestimmt, führte sie direkt zum Eingang des Cafés. Dort haben wir uns dann auch an einen Tisch am Fenster gesetzt und jeder hat sich etwas in der Karte ausgesucht. Bestellt wurde an der Kasse, wo ein junger (vermutlich) Koreaner die Bestellungen annahm. Das Eis kam ziemlich schnell und wurde von dem Koreaner (welcher sich im Übrigen gefühlt alle fünf Minuten im Spiegel betrachtete um sein Aussehen zu kontrollieren) an den Tisch gebracht, nur der Kaffee lies etwas auf sich waren. Als der dann aber kam, war auch klar warum. Denn auf den Schaum im Kaffe waren Bilder gemalt. Bei meinen Eltern einmal Minnie Maus und einmal ein Teddybär. Auf meinem Kaffee, der kurz danach kam, war ein Hund mit Schaum auf den diesen modelliert. Das sah ganz schön cool und vor allem niedlich aus. Deshalb hat natürlich jeder auch erstmal Fotos davon gemacht, ehe wir die Kunstwerke eher widerwillig zerstört haben. Nach dem Café haben wir uns aber getrennt. Jo-Ann und ich wollten weiter durch das koreanische Viertel, während meine Eltern, die eher weniger an K-Pop-Merch und Kosmetik interessiert waren, nach Shinjuku gefahren sind, um sich den dortigen Park anzugucken. Meine Schwester ich und haben sich dann in das Getümmel der Straßen von Shin-Okubo gestürzt und sind von einem Merchstore in den nächsten Kosmetikstore gestürzt. Ja und natürlich wurde da einiges an Geld ausgegeben. bei mir mal wieder etwas mehr, denn immer wenn ich mir unsicher war, ob ich etwas kaufen sollte oder nicht, kam irgendjemand (ich weiß absolut nicht wer…) von hinten an und flüsterte mir ins Ohr: „Du bist nur einmal in Tokyo“. Das ist mittlerweile zum Hauptkaufsargument hier geworden. Ich meine natürlich, ich brauche all‘ diese Dinge, sie sind LEBENSWICHTIG. Es ist doch wohl offensichtlich, dass ich ohne Koya-Powerbank mit dazupassenden Kabel wohl jämmerlich das Zeitliche segnen würde (und wer was anderes behauptet, hat keine Ahnung). Ziemlich schnell hatte sich dann mein Rucksack mit Einkäufen gefüllt und wir waren langsam genug durch die Straßen geschländert. Also habe ich meinen Eltern Bescheid gegeben und sie sind wieder zu uns gekommen. Wieder zusammen haben wir uns dann ein Restaurant ausgesucht um dort Abendbrot zu essen. Wir hatten wieder eines in einem zweiten Stock genommen und hatten erneut einen Tisch am Fenster bekommen. Lucky wie wir sind, lag der auch direkt an der heiligen Wand, die voll mit Postern, Plakaten und Fotos gutaussehender, mir und meiner Schwester durchaus bekannten, männlicher koreanischen Idols (oder besser einer bestimten Gruppe) war. Nach diesem sehr leckeren Essen haben wir uns dann aber auch auf den Weg nach Hause gemacht. Ein Stück sind wir noch zusammen gefahren, bis meine Fam dann ausseigen musste und ich noch weiter gefahren bin, zurück zu meinem Guesthouse, auf welches ich im Moment wenig Lust habe

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