day 144 [22.06.]

Oh Leute, heute stand ja was an… und zwar ein Friseuttermin in Harajuku! Da Nisole und Marie ebenfalls zum Friseur mussten, hatte Nicole für uns drei heute einen Termin ausgemacht. Wir haben uns dann am Bahnhof  getroffen und sind gemeinsam zum Hair salon gelaufen. Da Nicole schon mal da war, haben wir den auch ziemlich schnell gefunden. Nachdem wir uns dann dort angemeldet hatte und einen kurzen Moment gewartet haben, ging es auch schon los. Zuerst wurde mit dem Chef abgeklärt, was gemacht wird. Ich wollte meine weiße Seite grau tönen, was kein Problem war, und meine schwarze Seite violett bekommen, was dann nicht mehr ganz so einfach war. Denn dafür musste die Seite blondiert werden und er war sich nicht sicher, wie gut die Farbe damit raus geht. Es hätte halt sein können, dass es gar nichts bringt und ich im Endeffelt nur meine Haare kaputt mache. Aber das Risiko war mir egal, denn selbst wenn sie nur kaputt gegangen wären, wären sie maximal auf dem Schädigunggrad der anderen Seite und dann hätte ich endlich nicht mehr eine gesunde und eine kaputte Seite, sondern zwei gleich Zerstörte. Also ging es dann ans blondieren. Die schwarze Seite komplet und die Ansätze bei der weißen. Nicole hat sich nur die Haare blondieren lassen und Marie ihre Highlight erneuern lassen. Obwohl die Besprechung mit dem Chef war, bekamen wir dann andere Friseuse, die uns betreuten. Die meisten der Angestellten konnten ein bisschen Englisch, weshalb die Verständigung jetzt nicht das Problem war. Mir wurde ein Japaner zugeteilt, dessen aschblonde eher an eine Barbiefrisur erinnerten, als an die Haare eines Mannes. Aber das ist halt Japan, während normalerweise alles strikt nach Geschlechtern getrennt ist und auch die Geschlechterrollen hier sehr stark sind, geht sowas dann klar (zumindest hier in Harajuku). Dann wurde losgebleacht und gefärbt. Während wir alle nebeneinander auf unseren Stühlen saßen und darauf gewartet haben, dass die Farben einwirken kam dann auch Liv vorbei, setzte sich zu uns und leistete und einfach Gesellschaft. Der größte Teil bestand eigentlich nur aus Warten. Warten, bis die Chemikalien aufgetragen sind und dann, bis sie eingewirkt waren. Die erste die fertig war, war Nicole und sie sah einfach der Hammer aus. Fast so, als würde sie jetzt als Braut zur Truung fahren. Ihre langen, nun blonden Haare, fielen ihr in leichten Locken über die Schultern. Kurz nach ihr war dann auch Marie fertig. Ihre Haare sahen jetzt zwar nicht so beindruckend aus wie die von Nicole, aber immer noch mega gut. Da es bei mir ja etwas aufwändiger war, musste ich noch ein bisschen länger sitzen. Die anderen haben aber auf mich gewartet, da wir noch zusammmen etwas essen gehen wollten. Tatsächlich ging das Schwarz halbswegs raus, aber der es musste trotzdem das dunkelste Violett nehmen, was er hatte. Nach dem Waschen kam dann die Stunde der Wahrheit. Denn danach wurde geföhnt und das Endprodukt sichtbar… und es sah ja Mal mega gut aus. Die Farben haben super zusammengepasst und sahen echt gut aus. Aus der Chef des Salons hat sich mega über das Endprodukt gefreut. Ich war natürlich auch mega happy darüber und froh, es probiert zu haben. Es wurden dann noch Fotos von uns gemacht, weil der Friseur auch ein Instaseite hat. Alle drei super zufrieden und glücklich haben wir dann nachdem wir bezahlt hatten den Laden verlassen und jeder hat erstmal draußen Selfies gemacht.

Danach sind wir dann los und haben was zu essen gesucht, was tatsächlich in Harajuku nicht ganz so einfach ist, es sei denn man möchte einen Haufen Geld loswerden. Nachdem wir eine Weile geucht hatten ( und einige von uns schon fast vor Hunger gestorben sind) haben wir uns dann für ein Okonomiyaki-Restaurant entschieden. Drinnen hat sich dann jeder etwas ausgesucht und dann hieß es warten. Eigentlich war ja Nicole mit ein paar Arbeitskollegen verabredet und wir waren jetzt schon viel zu spät (sie waren mal für 15 Uhr vereinbart gewesen und 18 Uhr haben wir erst den Friseur verlassen), weshalb Nicole, und wegen ihres Hungers, ziemlich auf Kohlen saß. Aber nach einer Weile kam dann auch das Essen und es war schon ziemlich lecker. Nachdem wir dann alle satt und zufrieden waren sind wir dann nach Shibuya gefahren, um dort die anderen zu treffen. Damit war es auch das erste Mal, dass ich in Shibuya war. Schon krass, da bin ich schon eineinhalb Monate da gewesen und war noch nie an einem der bekanntesten Plätze. Direkt neben dem Bahnhof war auch die berühmte Shibuya-Crossing über die wir erst Mal rüber sind. Ganz ehrlich? Irgendwie wirkte sie ein bisschen enttäuschend, weil sie kleiner war als erwartet, aber als wir dann rüber sind, haben wir uns in den Menschenmassen trotzdem fast verloren. Vielleicht ist sie ja doch größer als angenommen. Auf der anderen Straßenseite haben wir dann auch die anderen gefunden und sind zusammen zu einer Bar gelaufen, die Nicole kannte. Theoretisch darf ich ja hier keinen Alkohol kaufen, weil ich hier noch nicht volljährig bin, praktisch hat aber niemand kontrolliert. In der Bar angekommen haben wir uns dann einen Tisch gesucht und über die semigute Musik hinweg unterhalten, während nebenbei getrunken wurde. Allerdings war die Stimmung in der Bar jetzt nicht so super, zumal die Musik ein bisschen nervte, weshalb wir uns entschieden, weiter zu ziehen. Nebenbei hatten die Drinks gefühlt gar nicht bewirkt, weil da gefühlt kein Alkohol drinnen war. Marie sah das aber anders und war schon angetrunken. Draußen haben wir uns dann durch die Straßen, voll mit angetrunkenen Japanern und Ausländern gekämpft, während Marie und Nicole sich ziemlich auffällig wie betrunken benahmen. An der Shibuya-Crossing angekommen verabschiedeten sich dann aber die Arbeitskolleginninen von uns, da die morgen arbeiten musste. Wir drei Deutschen hatten aber noch keine Lust nach Hause zu fahren und so sind wir weiter durch die Straßen gezogen. Nicole und Marie wollten unbedingt etwas an meinem vergleichbaren nüchteren Zustand ändern, weshalb wir in den nächsten Konbini rein sind und Nicole mir dann ein Trinkpäckchen(!) mit Sake kaufte. Dieses musste ich dann vor dem Store trinken. Damit war das der Abend, wo ich soviele Gesetze hier gebrochen habe wie noch nie. Nicht nur habe ich Alkohol als Minderjährige getrunken, sondern den auch noch auf offender Straße konsumiert. Irgendwie haute dieses kleine Päcken mehr rein als die ganzen Drinks davor, weshalb ich dann auch leicht angetrunken war. Trotzdem sind wir dann wieder zurück zur station gelaufen, wobei ich als Gehirn unseres Dreiergespannes den Weg weisen musste. An dieser angekommen haben sich dann unsere Wege auch getrennt. Morgen wollen wir zusammen nach Kamakura fahren und da wollten wir heute noch zumindest die letzte Bahn bekommen, damit wir nicht zerstört morgen sind.

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