day 142 [20.06.]

OK I’m in love… Denkt ihr man kann ein Stadtviertel heiraten? Weil wenn ja, dann würde ich gerne Harajuku zu meinem äh… Partner machen. Dazu hätte ich dann gerne uneingeschränke Anspüche auf sämtliche Dinge, die sich dort befinden, dankeschön.

Also wie man sich vielleicht denken kann, war ich heute in Harajuku und diesmal auch in den richtigen Straßen (oder besser gesagt, der richtigen Straße). Schon nach betreten der Fußgängerzone viel mir der erste coole Laden auf und es blieb nicht dabei. Einfach 95% der Läden haben meinen Geschmack getroffen. Ich bin dann also von Laden zu Laden und wollte eigentlich erstmal Geld abheben, denn ohne Bargeld in Japan wird’s manchmal schwierig.  Bloß konnte ich nicht NICHT in die Läden gehen, auch wenn ich ziemlich schnell wieder raus bin, weil ich ohne Geld ja nichts kaufen konnte. Irgendwann hab ich es dann aber geschafft, Geld abzuheben und dann ging es darum, es auch wieder los zu werden. EIGENTLICH wollte ich eine Hose und einen Rucksack kaufen. PRAKTISCH habe ich zwei T-Shirts, zwei Choker, zwei chains, einen Rucksack und ein lether harness gekauft… und keine Hose…ups? Ich sag einfach mal nicht, wie viel Geld ich dafür ausgegeben habe (viel…), aber ich werd‘ auf jeden Fall noch Mal wieder kommen und noch mehr Geld ausgeben jahahahahahha…R.I.P. ma money. Dieser Teil von Harajuku ist ein bisschen anders als dass, was ich bisher so kannte. In kleinen Straßen waren lauter kleine oder auch größere Läden und hier fand man allerhand verschiedene Dinge. Von Goth über Sport und leger zu Pink und Rüschen war alles dabei. Ich fand besonders auffällig dass Harajuku echt viel für Goths hatte, selbst in Läden mit normalen Klamotten bekam man übel fette Choker und chains. Aber soll mir recht sein, ich hab mich mehr als wohl gefühlt. In dem einen Laden für yamikawaii-Mode hab ich mich ein bisschen mit der Verkäuferin unterhalten und sie hat mich doch fast für ein Harajuku-Girl gehalten (ich heule, ich fühle mich geehrt), aber nein ich musste ich dann die traurige Wahrheit mitteilen, dass ich lediglich hier Urlaub mache. Ich wurde heute auch schon wieder gefragt, ob ich model… nein. Nur weil ich fünf Köpfe größer bin als die Frauen hier, lange Beine habe und vielleicht nicht wie der Durchschnitt aussehe (siehe Haare), heißt das noch lange nicht, dass ich model!? Ja Harajuku war schon ne Erfahrung für sich, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn ich bei einigen Sachen heulen könnte, weil ich nunmal nicht den asiatischen Größen entspreche und somit z.b. hier keine Schuhe kaufen kann. Hosen sind auch eher schwierig.

Wieder zuhause hab ich mir dann Essen gekocht, mir meinem Laptop geschnappt und wollte während einer Serie gemütlich Abendbrot Essen. Es war halt niemad in der Küche, weshalb ich mich da breit machen konnte. Zudem war ich auch fertig und müde. Während ich dann also mit Kopfhörern(!!) mich von der Außenwelt abkapselte kam plötzlich der Thailänder (vielleicht erinnert man sich ja) an und hat mich von der Seite angelabert. Also für Zwischendurch mal einen Kommunikationshinweis von meiner Seite aus. Wenn jemand abseits in der Ecke mit Kopfhörern auf in irgendetwas vertieft ist und euch die ersten 10 Sekunden, in denen ihr die Person anlabert, ignoriert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie NICHT mit euch reden möchte! Höflich wie ich war hab ich aber trotzdem meine Kopfhörer abgesetzt, meine Serie pausiert und ihm zugehört. Absehen davon, dass ic hden Anfang des Gespräches verpasst hatte, weil ich dank meine Kopfhörern nichts verstanden hatte. Keine Ahnung ob er sich dessen bewusst war oder nicht. Jedenfalls wollte er mir ein Lied zeigen, hat mir also ein Tablet vorgesetzt, ein Video gestartet und hat den Raum verlassen. Ich währenddessen hab konzentriert versucht die Lyrics rauszuhören, weil ich mir sicher war, dass er mir irgendeine Message damit mitteilen wollte. Aus dem bisschen was ich verstanden habe kann ich sagen, dass es um einen Jungen und ein Mädchen ging, die eine sehr komplizierte, mir nicht verständliche Verbindung hatten. Als das Lied vorbei war, kam er wieder rein und überreichte mir einen Zettel. Es war ja schon vorher seltsam für mich, aber so langsam entwickelte sich das ganze in eine Richtung, die mich lieber aus dem Fenster springen lassen wollen lässt. Auf dem Zettel stand etwas auf (ich vermute) mandarin, was darunter allerdings auf Deutsch übersetzt war. Zumindest das Deutsche sagte: „Willst du mit mir etwas trinken gehen“. Etwas unbeholfen hab ich dann abgelehnt, weil ich einerseits wirklich müde war und andererseits ich mich nicht in eine noch unangenehmere Situation bringen wollte. Natürlich war er enttäuscht und ich hab mich natürlich schlecht gefühlt und mehrmals entschuldigt, worauf er wieder meinte, dass das schon okay sei. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, mir trotzdem Alkohol anzubieten und sich zu mir zu setzen. Man erinnert sich, ich saß immer noch mit meinem halb aufgegessenen Essen und Laptop vor mir am Tisch. Dann hat er auch noch angefangen, mir irgendwelche Musikvideos zu zeigen… Arrgh. Damit war dann mein schöner ruhiger Abend ruiniert, weil ich mich gefühlt halb schlafend mit einer Situation rumschlagen musste, auf die ich mal null Bock hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit hab ich es dann endlich geschafft zu fliehen, aber gefühlt ist er mir immer noch hinter her. PLEASE MAKE IT STOP. Ich glaube, ich werde die Taktik, so wenig Zeit wie möglich im Guesthouse zu verbringen einfach weiter verfolgen. FLUCHT IST DIE BESTE PROBLEMBEWÄLTIGUNG (und seine Probleme jemanden in capslock an den Kopf werfen)…

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