day 136 [14.06.]

Nachdem ich ausgeschlafen habe und erstmel ne Weile im Bett rum lag, hab ich mich doch dazu entschieden, aufzustehen um mit dem Koffer auspacken anzufangen. Das hat auch gut funktioniert da ich immer nich niemanden begegnet bin und somit Platz und Ruhe hatte. Das einzige Lebenszeichen eines weiteren Mitbewohnerns äußerte sich durch hörbares Mausklicken hinter einem der vielen zugezogenen Bettenvorhänge. Nachdem ich es dann tatsächlich geschafft hatte, halbwegs übersichtlich mein Zeug in den wenigen Storemöglichkeiten die ich hier habe, unterzubringen, hab ich mir noch mal die Küche etwas genauer angesehen. Sie hat nicht nur gestern einen sehr ordentlichen Eindruck gemacht, sondern ist es tatsächlich. Das find ich natürlich schon mal sehr angenehm. Während ich dann in der Küche, die jetzt auch nicht so groß, unterwegs war, bin ich einem neuen Mitbewohner begegnet. Dieser stellte sich als Brite (Namen schon wieder vergessen) heraus und ich hab mich kurz mit ihm unterhalten. Ich glaube, ich bin auf der Etage hier die einzige weibliche Person und von den oben bekommt man quasi gar nichts mit. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass man das Haus verlassen muss, um die Etagen zu wechseln. Ich hab danach jedenfal mein zeig gegrabbt und bin zur Bahn gelaufen, um zum Büro von WU! zu fahren, da dort ja immer noch Zeug von mir gelagert ist. Da das Büro Freitags nur nachmittags bis abends geöffnet hat, hat sich das heute angeboten. Auf dem Weg dorthin hab ich Nicole gefragt, ob sie grade im Sharehouse ist, da ich ja auf dem Weg dorhin war. Sie verneinte das aber, da sie grade mit Liv im Park war. Daraufhin wurde ich von Liv eingeladen, doch auch zu kommen.Da ich bis zu den Schließzeiten des Büros noch einiges an Zeit hatte, hab ich also meine Route geändert und mich auf den Weg zu dem Park gemacht. Da sie dort allersings nicht mehr ganz so lange bleiben wollten und ich noch einem Moment an Wegzeit brauchte, haben Nicole und ich uns stattdesssen ein paar Stationen davor getroffen. Liv blieb (soweit ich weiß) noch etwas im Park. Wir haben uns an der Station Harajuku getroffen und damit ist das das erste Mal nach bestimmt insgesammt einem Monat Tokyo, dass ich in Harajuku war. Harajuku ist der Bezirk in Tokyo, der sehr bekannt für seine Mode und Streetfashion ist und damit eigentlich genau mein Bezirk. Es war schon eine kleine Schande für mich, bisher nicht dort gewesen zu sein und ich glaube, ich werd‘ da auch noch einen großen Teil meines Geldes lassen. Aber nicht heute. Da Nicole später noch arbeiten musste hatten wir nur begrenzt Zeit, was meinen Plänen ja auch ganz gelegen kam. Wir sind also erneut nur etwas durch das Viertel gelaufen und haben zwischendurch etwas gegessen. Für mich war es ganz gut, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen, ehe man dann zum Geld ausgeben noch mal hinfährt. Dabei musste ich erstaunt feststellen, dass Harajuku sich irgendwie überhaupt nicht wie Tokyo anfühlte. Was  mich auch überrascht hat, dass es irgendwie viel grüner wirkte, als sonst. Die Strßen waren von beiden Seiten mit großen Bäumen gesäumt, was unter anderem ein sehr angenehmes Gefühl verbreitet. Hätte man mich gefragt, in welcher Stadt ich mich graed befinde hätte ich wahrscheinlich eher Barcelona oder so gesagt aber bestimmt nicht Tokyo. Auch waren die Häuser viel kleiner und vor allem moderner. Viele Häuse waren auch architektonisch sehr anders als der Rest von Tokyo. Die meisten wirkten fast so, als müssten sie irgendeinen mordernen Architekturwettbewerb gewinnen. Natürlich war alles voll mit Modegeschäften, wo auch viele bekannte teure Markenklamotten dabei waren. aber auch viele Marken die ich nicht kannte, die aber auch sehr teuer aussahen. Leider hab ich ein bisschen die sehr ausgefallenen typisch japanische Streetfashion Geschäfte vermisst, aber vielleicht waren wir auch noch nicht in den richtigen Straßen unterwegs (was wahrscheinlicher ist, als dass es die da nicht gibt).

Gegen 18 Uhr musste dann Nicole auch los zur Arbeit, weshalb ich mich auf den Weg nach Kiba gemacht habe, um von dort meine Sachen abzuholen. Nur leider hab ich auf dem Weg festestellt, dass ich es wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig dorthin schaffe, weshalb ich wieder umgedreht bin. Zum Glück sich verfahre hier nicht so schlimm, weil man ja nur das Geld von der Einstiegshaltestelle bis zur eigentlichen Austiegshaltestelle zahlen muss. Wieder zuhause angekommen hab ich dann nicht mehr wirklich viel gemacht, Es ist schon echt seltsam in ein Sharehouse zu kommen, was abends einfach leise ist, das bin ich gar nicht gewohnt. Aer so kann man wenigstens schlafen… dachte ich zumindest, weil nachts um 11 Uhr fingen dann in der Küche irgendwelche Leute an anscheinend eine Rede-Party zu veranstalten, aber ok, die Lautstärke hielt sich noch in Grenzen…

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