Nachdem ich dann also entspannt aufgestanden bin, hab ich gemütlich, erstmal Frühstück zu essen. Als ich damit soweit fertig war, hab ich angefangen, die Küche aufzuräumen und zu putzen. Nebenbei hab ich Wäsche gewaschen und meine Arbeitssachen aussortiert. Das, was noch brauchbar war, hab ich hier gelassen für free für die die möchten, und das, wasnicht mehr brauchbar war, hab ich weggeschmissen. Das einzige an Arbeitsklamotten, was ich mitgenommen habe, war meine Arbeitshose. Selbst meine Winterjacke, die ich beim ersten Aufenthalt hier eigentlich immer an hatte, hab ich da gelassen, da sie zu dreckig, Platz wegnehmend und kaput war, um sie mitzunehmen, aber um sie wegzumeißen war sie dann doch noch zu schade. Für den unteren Bereich und das Aussortieren der Sachen ist auch der gaze Vormittag und ein Teil des Nachmittages drauf gegangen, ehe ich mich dann dem Koffer packen gewidmet habe. Den dort musste erst mal alles rausgeräumt werden, nur um dann möglichst platzsparend wieder einsortert zu werden, Tatsächlich werd‘ ich aber jedes Mal besser im Packen und bekomme jedes Mal mehr rein. Dafür ist der Koffer dann natürlich auch schwerer. Da ich mir auch da viel Zeit gelassen habe, um alles gemütlich und stressfrei machen zu können, war ich erst gegen 17 Uhr samit fertig. Schon ein bisschen müde und fertig hab ich kurz geduscht und mich kurz ins Bett gelegt, ehe dann die anderen kamen. Anni und Henrik waren erstmal übel erstaunt, wie die Küche geglänzt hat. Tja wenn ich schon Zeit und Ruhe für etwas habe, dann mach ich das auch ordentlich. Aber viel Zeit hatten wir dann auch nicht mehr, ehe schon Tera-san vorbeikam. Heute wurde nämlich mir zu Ehren noch mal eine Vodka-(Abschluss-)Party gefeiert. Nishi-san kam erst etwas später, dafür dann aber mit zwei(!!) Flaschen Vodka. Ja moin, wer sollte die denn trinken? Beim letzten Mal haben wir nicht mal eine leer bekommen, abgesehen davon trinken die meisten Japaner keinen Vodka, weil es ihnen zu stark ist. Also hatten wir zu dritt zwei einhalb Flaschen… läuft würde ich sagen. Zudem war ich überhaupt nicht in der Stimmung, um Alkohol zu trinken und hab das nach einem Glas, was irgendwie voll krass angeschlagen hat, auch gelassen. Ein Highlight war auch, dass Nishi-san Natsu-Konatsu-Saft mitgebracht hat. Im Prinzip hat dieser wie guter Orangensaft geschmeckt und das war schon fett, denn gute Obstsäfte hier zu bekommen ist definitiv nicht einfach. Irgendwann hat Nishi-san auch mal erwähnt, wie viel denn eine Flasche (1 Liter) kosten. Es sind einfach 2.000¥… das sind circa 16€. Ja…gut. Bin ich froh, dass wir das umsonst bekommen haben. Das hat es für mich nur noch sinnloser gemacht das mit Vodka zu mischen, schließlich wollte ich den wertvollen Obstsaft genießen. Spannend an diesem Abend war auch noch, mit meiner Instant-Print-Kamera ein Foto zu machen. Denn man kann da nicht sehen, was man als Sefie fotografiert und da es keinen Timer gibt, wollten wir auch niemanden vom Foto auschließen. Also musste mein langer Arm herhalten un Anni vorher kontrollieren, ob der Bildauschnitt auch stimmt. Trotzdem haben wir zwei Fotos verkackt, einfach weil wir zu früh auf dem Auslöser gekommen sind. Aber nach einigen Versuchen hatten dann Anni und ich zwei Bilder. Die Japaner haben dann auch rausgefunden, dass die Fotos eigentlich Sticker sind… Gut dass ich das nach 4 Monaten und über 50 Fotos später herausfinde, wäre bestimmt auch nicht vorher schon hilfreich gewesen oder so, naja. Da die meisten aber morgen Arbeiten mussten, ging die Party auch nicht so lange und die Japaner sind relativ früh ins Bett gegangen bzw. nach Hause gefahren, wobei wir uns gefragt haben, wie die mit ihrem Alkoholpegel noch fahren können. Henrik, Anni und ich saßen aber noch eine ganze Weile draußen, wo Anni und ich uns abwechelnd gekrauelt haben, während wir semi-Deeptalk betrieben haben (Oder wohl eher, ich hab Anni mit irgendwas zugelabert). Irgendwann sind wir dann aber ruhiger geworden, weil ich Henrik nicht vom gespräch auschließen wollten, nur weil ich die ganze Zeit auf Deutsch laber. Nach einer etwas stilleren Zeit meinte aber Henrik von sich aus (wir haben das nicht ihm gegenüber erwähnt, dass wir wegen ihm zu reden aufgehört haben), dass wir gerne weiter auf Deutsch reden können, weil wohl gerade meine Stimme sehr angenehm zum Zuhören ist, auch wenn er kein Wort versteht. Fand ich schon krass. Aber es ist tatsächlich nicht das erste Mal, dass mir gesagt wurde, dass ich eine angenehme Erzählstimme habe. Vielleicht nicht unbedingt wenn ich im Alltag rede, denn da red ich sehr schnell, nuschel gerne und baue unmögliche Satzstrukturen, aber nachts, wenn man in dieser seltsamen deepen, melancholischen, zeitlosen Stimmung ist, ja dann denke ich, dass ich anders als am Tag rede und auch andere Dinge erzähle und anders betone und vielleicht ist es dann ja angenehm mir zuzuhören. Ich kann das selber nicht beurteilen und ich denke auch nicht, dass meine erzählten Dinge so spannend sind, um ihnen ewig zuzuhören. Irgendwann sind wir aber von Kälte und Müdigkeit getrieben schlafen gegangen. Da ich morgen vor meiner Abreise noch ein paar Dinge erledigen wollte, habe ich mir meinen Wecker auf 9 Uhr morgend gestellt. Anni und Henrik haben sich extra für mich morgen freigenommen, um mich zum Bahnhof zu bringen.
day 133 [11.06.]
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