day 122 [31.05.]

Tja was soll ich sagen…

Der Tag war objektiv nicht wirklich anders als die ganzen anderen Tage. Morgens aufstehen, fertig machen, zur Arbeit fahren, dort war immer noch senbetsu, nachmittags dann nach Hause fahren, stuff erledigen und anschließend schlafen gehen. Mein täglicher Tagesablauf nunmal.

Subjektiv betrachtet ging an dem Tag aber definitiv mehr und anderer Kram ab als an den letzten Tagen. Alles fing damit an, dass Annika mir heute morgen ziemlich einen reindrückte. Das hat sie bestimmt nicht mit Absicht gemacht (gesehen an der Tatsache, dass sie es mit neutraler Betonung verkündigt hat), denn sie hat mir indirekt mitgeteilt, dass sie sich, zumindest für eine Weile, von mir trennen möchte. Wir haben ja schon die letzte Tage darüber geredet, evetuell unseren Aufenthalt hier noch zu verlängern. Ich hab aber ein Maximum an Tagen gehabt, da ich zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in Tokyo sein wollte (einfach weil da meine Familie kommt), weshalb ich Annika gesagt hatte, sie solle sich doch spätestens bis heute entscheiden, bis wann sie verlängern möchte. Mir war es bis zu meinem ihr mitgeteilten Limit egal. Als ich sie dann im Auto darauf angesprochen habe, was denn nun wegen der Verlängerung ist, meinte sie, dass sie bis zum 30. verlängern wird. . . . . Ich möchte jetzt nicht sagen, dass mir diese so lapidar gesagte Aussage den Boden unter den Füßen weggezogen hat (denn das wäre wohl doch etwas überdramatisiert, vor allem, da ich schon selber überlegt hatte, vor ihr nach Tokyo zu gehen), aber trotzdem musste ich das erst mal verarbeiten. Es wäre von meiner Seite aus einfach mal schön gewesen, wenn sie mich vielleicht schon früher an der Überlegung hätte teilhaben lassen (einfach weil wir nunmal im Moment zu zweit reisen), weil dann hätte ich mich nicht ganz so überrumpelt von der Sache gefühlt. Und vielleicht mag das jetzt für andere keine große Sache sein, ich meine theoretisch ein paar Tage in Japan alleine zu überleben und reisen ist objektiv keine große Sache und es gibt auch viele Leute die das tun, aber für mich als grundsätzlich unsicheren und komunikativ unfähigen Menschen nun mal schon. Zumal weil ich mich dann schon drauf hätte vorbereiten können und meine Planung dementsprechend anpassen hätte können. So endete es eher darin, dass ich den ganzen Tag mir den Kopf zerbrochen habe, darüber, was ich jetzt mache, machen möchte, wie meine Planung jetzt aussehen soll, was ich generell möchte. Das schlimmste daran war, dass die ganze Zeit dabei, egal was ich planen wollte, ja immer noch auf Arbeit war und weder etwas festhalten noch mal schnell nachgucken, weshalb das ein einziges Chaos in meinen Gedanken war, was ich nur durch reines Nachdenken langsam entknoten konnte. Deshalb war ich nur umso erleichterter, als wir dann endlich zuhause waren und ich meine kompletten Tätigkeiten darauf lenken konnte. Also hab ich gefühlt alle meine Sachen durchgeguckt, Informationen rausgesucht, Sachen durchgerechnet und festgehalten, um letztendlich zu einem Entschluss zu kommen. Ich habe meine gesammte Japanplanung noch mal überdacht und umgeschmissen, Dinge festgelegt über die ich im Moment noch nicht reden bzw. eher schreiben möchte, auch weil ich da noch auf etwas bestimmtes warten möchte.

Und auch wenn mich so ein einfacher Satz so durcheinander gebracht hat, muss ich Annika an dieser Stelle wohl eher danken. Ich hänge sehr schnell an Menschen und mach mich dadurch unselbstständig, vertraue auf andere zu schnell und traue mich dadurch nicht mehr. Es ist nur ein weiterer Schritt Richtung mehr Selbstständigkeit und vielleicht auch Verwirklichung von Dingen, die ich wirklich möchte und nicht Dinge, die ich mir Einrede. Also Kopf hoch, das Leben geht weiter. Ich steh‘ über den Dingen, Saphir.

 

Note: Es viel mir sehr schwer, den Eintrag zu schreiben, weil der Tag so seltsam für mich war und es mir extrem schwer fiel, darüber zu schreiben. Auch bin ich mir unsicher, wa ich hier schreiben soll, will. Um ehrlich zu sein, bin ich nicht zufrieden, aber glaube auch gleichzeitig, dass ich mit keiner Version jemals zufrieden sein werde.

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