
Ein freier Tag… mittlerweile hat sich mein Schlafrythmus tatsächlich auf das frühe aufstehen eingestellt, sodass ich nicht ganz so lange geschlafen habe, wie ich gerne hätte. Da ich aber die Zeit nutzen wollte, bin ich dann auch aufgestanden und war glaub ich den Vormittag über noch nie so produktiv. Ich hab zwei Mal Wäsce gewaschen, Tagebuch geschrieben und mein Zimmer aufgeräumt sowie gesaugt. Irgendwann hab ich dann auch Anni und Henrik in der Küche angetroffen. Zusammen haben wir dann überlegt, was wir heute noch machen wollen und haben uns dann für den Vorschlag von Henrik entschieden, einfach mal nach Sukumo reinzufahren und ein bisschen in der Stadt rumzulaufen, da wir sonst nicht viel von ihr sehen, außer das bisschen beim morgentlichen und abendlichen Durchfahren mit dem Auto. Also sind wir dann kurzerhand etwas später zusammen losgefahren. Das Auto haben wir in Sukumo irgendwo geparkt und sind zu Fuß weiter. Sukumo an sich ist tatsächlich gar nicht mal so schön, obwohl es natürlich immer noch viele schöne Dinge gibt. Die Landschaft und Natur gehört natürlich zu den beindruckensten Sachen hier. Henrik erzählte unterwegs auch, das Kochi (die Präfektur in der Sukumo liegt) mit die ärmste Präfektur ganz Japans ist. So ein bisschen sieht man das auch. Manchmal kommt man sich vor, als würde zeitlich hier einiges stehendgelieben sein und sich seit den 50ger Jahren absolut nicht weiterentwickelt hat oder wie Henrik Sukumo auch nennt: city of rust, denn Rost findet man hier wirklich überall. Nichtdestotrotz sind die Leute hier auch mit die höflichsten und bestimmt nicht unglücklich. Was hier aber besonders deutlich aufgefallen ist (ab und zu auch mal an anderen Orten), dass Japan ja auf den Straßen und öffentlichen Orten sehr ordentlich und sauber ist, aber wenn man mal um die Ecke guckt oder ein Blick in die Häuser reinwirft, was nicht ganz so einfach ist, da alles Milchglaß und mit Vorhängen zugezogen ist, dann sieht es im Inneren irgendwie immer sehr messy aus, zugestapelt und unaufgeräumt. Trotzdem war der Spaziergang sehr schön und da Henrik auch seine Kamera mit hatte, haben wir auch einige sehr schöne Bilder machen können. Nebenbei waren wir gefühlt die einzigen, die in Sukumo unterwegs waren, die Stadt wirkte leicht wie ausgestorben, aber ab und zu ist man dann doch mal einer Person über den Weg gelaufen. Ein kleines Highlight für mich war ja, als wir am Fluss standen und ich auf die Brückenpfeiler geklettert bin. Das war jetzt gar nicht so aufregend, aber trotzdem cool. Es sind auch von da einige nice Bilder entstanden.