day 118 [27.05.]

Ein Tag, der wie jeder andere normale Arbeitstag startete. Heute sollten dann auch Julia und Nino kommen. Fast dachte ich ja schon, dass sie nicht mehr zur morgendlichen Versammlung auftauchen, aber ganz knapp vor Beginn kamen sie dann rein. Dann hat sich Nino erstmal allen vorgestellt und alle begrüßt, während der Kameramann schon alles gefilmt hat. Kurz darauf haben wir auch schon mit dem eigentlichen Meeting wie sonst auch immer gestartet. Ich hoffe einfach, dass es keine hässlichen Nahaufnahmen von meinem Seitenprofil gibt, da ich genau neben Nico, dem Kameramann, stand. Nach dem morgentlichen Spektakel ging es dann wie gewohnt in die Halle zur heutigen Arbeit, again senbetsu. Diesmal aber nicht das daishou senbetsu, also das Sortieren nach groß/klein, sondern das Hauptaussortierverfahren. Wie gewohnt standen wir wieder vor eine Reihe Kisten, die sortiert werden mussten und an den Seiten die Paletten. Diesmal wurde nach Schönheit sortiert. Es gab die Kiste mit den sehr schönen, die mit den leichten Markeln, die mit etwas hässlicheren und die ganz hässlichen, dann die mit Druckstellen und zum Schluss noch die Schlechten. Also ehrlich gesagt hab ich das System am Anfang nicht ganz so kapiert und bei mindestens jeder zweiten Frucht nachgefragt, in welche Kiste die kommen soll. Irgendwann wurde ich dann etwas selbstsicherer und hab meht von alleine sortiert. So ganz wusste ich aber bis zum Schluss nicht, wo genau die Unterschiede bei allen liegen. Während wir sortiert haben sind Nino und co. ein bisschen durch die Halle gelaufen und haben alles mögliche gefilmt. Aber nach gefühlt einer Stunde sind sie dann auch schon gegangen. Das war kurz, aber andererseits ist das jetzt auch nicht so spannend. Als ich dann Terra-san gefragt habe, wie lange Nino hier bleibt, meinte er seines Wissens nach nur heute. Ok, ich dachte irgendwie, er bleibt länger. Ehrlich gesagt mochte ich ja schon das erste Sortieren nicht, aber das  jetztige war gefühlt noch schlimmer. Das lag nicht zuletzt daran, dass für mich die Sortierkriterien im Moment noch ziemlich random waren. Während der Mittagspause wurden wir dann gefragt, ob wir Lust hätten, heute Abend in Izakaya zu gehen, zusammen mit den anderen Deutschen, welche im übrigen auch kurz in der Mittagspause da waren. Wir waren zwar erst kürzlich im Izakaya, aber ich hatte da schon Bock drauf, nur Anni hat noch überlegt, da sie nicht schon wieder so viel Geld ausgeben wollte. Aber wir hatten noch Zeit, uns bis heute Abend zu entscheiden. Als Nino und co. in der Mittagspause neben uns saßen, war es irgendwie übel komisch für mich, auf Deutsch mit ihnen zu reden, bzw. wollte mein nicht so wirklich mit ihnen auf Deutsch mit ihnen reden, weshalb ich mich eher aus dem Gespräch rausgehalten habe und sich größtenteils Henrik mit ihnen unterhalten hat. Anschließend ging es dann auch wieder zur Arbeit, wo wir weiter konmatsu nach ihrem Aussehen sortiert haben. Das schlimme daran ist, dass wir das die ganzen nächsten Tage machen werden und ich jetzt schon absolut keine Lust mehr darauf habe… ich will wieder zurück zum Kistenfalten! Nach der Arbeit sind wir dann erst nach Hause gefahren, haben uns dort kurz fertig gemacht und sind dann zum Izakaya losgelaufen, denn das, wo wir hingehen wollten lag nur 10 Minuten Fußweg von unserem Dorm entfernt. Wir sind jedoch nicht weit gekommen, bis wir von einem Auto aufgehalten wurden, wo die anderen drinnen saßen und uns mitteilten, dass wir zu einem anderen Izakaya fahren. Also Sind wir wieder zurück gelaufen um eines der Autos zu holen. Als wir am Ziel ankamen stellten wir fest, dass es genau das gleiche Izakaya war, wie beim letzten Mal auch. Bloß diesmal waren wir unten in einem Raum, der sogar unter dem Tisch eine Art Aushöhlung hatte, so dass man ganz normal sitzen konnte und nicht auf dem Boden hocken musste. Der Abend war ziemlich schön und wir haben viel (größtenteils auf Deutsch) gequatscht. Wir haben Nino und Nico ein bisschen was vom Farmleben erzählt und sie uns auch etwas von ihren Geschichten. Jedenfalls war alles mega cool und entspannt, auch weil es alles mega sympatische Leute waren. Gegen halb neun mussten wir aber auch wieder nach Hause, da wir ja morgen arbeiten müssen. Also haben wir uns alle verabschiedet und sind nach Hause gefahren und vielleicht sind Nino, Nico und Julia noch in eine Karaokebar gegangen, weil sie ziemlich stark überlegt haben. Unwichtige Information am Rande, Anni und ich fanden beide den Kameramann ein Stück sympatischer als Nino selber.

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