day 115 [24.05.]

Der erste Tag, wo endlich kein sortieren mehr anstand, dafür aber was,was ich beim letzten Aufenthalt hier zur Genüge getan hatte, nämlich weeding. Jeeyy. Zusammen mit Henrik und einer Frau von der Firma ging es dann mit dem Auto auf die Felder, während Anni alleine in der Firma Kisten falten durfte und dieser Job ist halt echt der langweiligste, direkt gefolgt von senbetsu. An sich hab ich ja kein großes Problem mit weeding, ledglich ist es mittlerweile echt heiß draußen und ich bin numal kein Sonnenfanatiker. Es war von Anfang an nicht gerade lustig, da es hier einfach 28ºC sind und wie schon mehrfach erwähnt, die Sonne hier sehr extrem ist. Deshalb hatte ich auch vormittags schon Probleme, da es einfach nur anstrengend war. Man hat geschwitzt wie Sau und ich hab nur halb so schnell wie normalerweise gearbeitet, weil normale Geschindigkeit war ein Ding der Unmöglichkeit. Es war einfach nur unerträglich und ich wollte nichts lieber, als raus aus der Sonne. Zudem hatte ich auch noch meine Sonnencreme vergessen, aber da ich Mütze, Tuch im Nacken und lange Sachen anhatte, ging es einigermaßen und wenn ich meinen Kopf gesengt hatte, war auch mein Gesicht nicht in der Sonne. Jede Pause die wir hatten, hab ich mit Freuden im Empfang genommen nur ist man da leider auch nicht, wie bisher, runtergekühlt auf Normaltemperatur, sondern hat weiter leicht geschwitzt. Trotzdem waren wir im Schatten, was das Ganze deutlich angenehmer gemacht hat. Seltsamer Weise war der Nachmittag dann erträglicher. Klar war es immer noch genauso heiß, aber ich hab mich nicht mehr ganz so gefühlt, als würde ich jeden Moment zusammenklappen. Ich hab heute auch das erste Mal selber beim Arbeiten etwas über mein Handy gehört, uns zwar Podcast. Das ging aber auch nur, weil wir teilweise ganz schön außeinander gearbeitet haben. Ansonsten hätte ich niemanden mit dem deutschen Gelaber nerven wollen. Heute Abend wollten wir noch in ein izakaya gehen, um Taro-san zu  verabschieden. Am Anfang haben wir noch überlegt, ob wir wirklich vorher nach Hause fahren wollten, aber Henrik und ich waren so froh darüber, weil wir halt echt überall geschwitzt hatten. Irgendwann waren wir dann endlich fertig und haben uns auf den Weg nach Hause gemacht, die Fenster im Auto auf Anschlag runter gemacht und einfach sich kurz ausgeruht, sich nicht bewegend, damit man ein bisschen aklimatisieren kann. Mit den Rest der Leuten aus der Firma sind wir dann nach Hause gefahren, wo wir kurz Zeit hatten, uns fertig zu machen. natürlich war ich nicht schnell genug und musste als Letzte duschen. Es war alles ein bisschen gehetzt und selbst nach dem Duschen hab ich mich immer noch leicht verklebt gefühlt. Jedenfalls sind wir dann zusammen zum Izakya gefahren, wo schon die Leute aus der Firma gewartet haben. Diesmal waren wir in einem anderen Izakaya, als letztes Mal. Auch hier gab es wieder haufenweise Speisen. Anders als beim letzten Mal waren es zwar deutlich mehr, aber die Portionen waren auch kleiner. Von Sashimi über Edamame zu Pommes war alles dabei und das definitiv seltsamste was ich an dem Abend gegessen habe, war Thunfischherz. Das war zwar von der Konsistenz sehr weich und ähnlich wie Sashimi, aber so einen wirklichen Eigengeschmack hatte es wirklich nicht, es hat eher nach dem Öl geschmeckt, wo es drinne lag. Die Tatsache, dass das Herz war, hat dem Ganzen aber einen leicht seltsamen Nebengeschmack gegeben. Der Abend im Izakaya war wie immer lustig, aber auch heute mussten wir halb neun gehen, da wir ja morgen Arbeiten gehen müssen. Da Anni im Izakaya nichts trinken durfte, auch weil sie Auto fahren musste, wurde schon gestern Abend der Plan geschmiedet, nach dem Izakya noch zuhause zu trinken. Also sind wir alle noch kurz zum Supermarkt und haben Alkohol, Snacks und Eis geholt. Anni und ich haben uns unter anderem einmal Vodka und japanischen Kaffee zum mischen geholt. Das Ganze war meine Idee und Anni stand dem eher skeptisch gegenüber. Zuhause angekommen haben wir uns dann alle gemütlich an den Tisch gesetzt und den Abend genossen. Der Abschluss war wirklich schön und es ist schon schade, dass Taro-san morgen geht, weil unsere Gruppe grade eine sehr schöne Dynamik hat und er immer für uns übersetzt hat oder auch sämtliche kuturellen Fragen sehr gerne beantwortet hat. Aber er möchte in drei Jahren nach Berlin kommen und wer weiß, vielleicht sieht man sich da ja wieder. Unsere Mischung aus Kaffee und Vodka hat übringens sehr gut geschmeckt, nur die Japaner haben beim Probieren angewiedert das Gesicht verzogen, da ihnen der Alkohol zu stark war. Dafür habe wir dann ihr Bier als Wasser bzw. Brause abgetan, da es meistens unter 5% liegt. Gegen zwei hat es sich dann so langsam aufgelöst. Zum Glück hatte ich es noch geschafft irgendwann zwischendurch mein Essen für morgen vorzubereiten, da ich nicht weiß, wie kaputt ich morgen früh sein werde.

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