Heute stand er dann endlich an, der letzte Tag senbetsu, yessss. Diesen hab ich mit Henrik zusammen gearbeitet und neben und Anni mit Taro-san. Am Anfang haben wir zusammen das Spiel gespielt, was Anni und ich in den letzten Tagen häufig gespielt haben. Jemand nennt eine Kategorie (z.B. „Videospiele“) und danach muss reihum zu jedem Buchstaben um Alphabet ein Begriff genannt werden (z.B. ich: „Apex“, Anni: „Borderlands“, Henrik: „COD“, usw. ) Taro-san hat such dazu entschieden, lieber zuzuhören, weshalb wir nur zu dritt ein paar Runden gespielt haben. Irgendwann hat sich dass allerdings aufgelöst und wir sind in Gespräche mit unseren jeweiligen Arbeitspartnern gerutscht. Henrik und ich sind dabei von „Unterschiede und Besonderheiten bzw. Spachen allgemein“ dazu übergewechselt, uns gegenseitig Schimpfwörter unserer Muttersprache beizubringen. Henrik fällt immer wieder auf, dass Deutsch dem alten Norwegisch sehr ähnlich ist oder sich zumindest viele Wörter sehr gleichen. Anni neben uns hat währenddessen bestimmt voll die tiefgründigen Gespäche über den Sinn des Lebens mit Taro-san geführt, wohlgemerkt auf Spanisch. Taro-san kann anscheinend nicht nur Japanisch, Englisch, Chinesisch, in ansätzen Französisch, sondern auch noch halbwegs gut Spanisch. Da Anni dank ihrer Schule Spanisch kann, hat sie die Chanche genutzt, um man wieder in diser Sprachen zu sprechen. Nach der Mittagspause, wo wir wieder an der komischen Kante saßen, aber heute mit allen borabaita, haben wir wieder ein paar Runden des Stand-Land-Fluss-ähnlichen Spieles gespielt. Gegen Ende hin sind wir aber auch hier wieder in Einzelgepräche gefallen. Ziemlich kurz vor Ende hab ich dann noch mal ganz schön im Sortiertempo angezogen, einfach weil ich endlich damit fertig sein wollte und keine Lust mehr hatte, minderintelligente konmatsu aus Kisten in andere Kisten zu befördern. Irgendwann war es adnn endlich auch so weit und ich hätte fast einen Freudentanz aufführen können, aber halt auch nur fast. Dann hieß es noch alles aufräumen und sauber machen, aber auch damit waren wir bald fertig. Eigentlich dachte ich ja, wir können dann nach Hause, aber da es Taro-san letzter Arbeitstag ist, hat irgendjemand (ich glaube die Frau vom Owner) eine Torte spendiert. Die haben wir dann zusammen mit selbstgebackenen Brot und selbstgemachter Marmelade von Chokko-san gegessen und ihr glaubt nicht, wie geil das war. Sowohl gutes Brot als auch Torte ist hier zu bekommen entweder sehr schwer oder teuer und zudem hatte die Torte auch noch ECHTE Erdbeeren drauf und das war schon ein Highlight. Den wie schon erwähnt ist Obst jeder Art sehr teuer hier.

Nachdem wir dann die halbe Torte und das ganze Brot aufgegessen hatten, sind wir dann auch nach Hause gefahren, wo später dann wieder Leute von der Firma vorbeikamen, für diesen bolabaita-appreciaten-day. Ich hab das am Anfang nicht ganz mitbekommen gehabt, aber anscheinend ist es jetzt neu, dass einmal in der Woche jemand aus der Firma etwas für die borabaita tut, um uns quasi wertzuschätzen, weil wir ja freiwillig hier hin arbeiten kommen, Die letzten Male waren da, wo wir Sushi selbstgemacht haben und Nudeln übder diese Bambusrutsche gegessen haben. Heute hatte Neshimura-san kleine Fisch für Sashimi und ein haufen Backwaren mitgebracht. Als ich nach unten in die Küche kam, war grade ein Großteil damit beschäftigt die Fische auszunehmen, was schon ein bisschen eklig aussah. Das fertige Sashimi konnte man dann zu seinem normalen Abendessen esse, wobei ich sagen muss, dass ich jetzt nicht ganz so der Fan davon war. Schlecht hat es aber trotzdem nicht geschmeckt. Zusammen saßen wir dann noch eine ganze Weile in der Küche und haben uns alle unterhalten. Unter anderem wurde ich auch gefragt, welchen von der Mitarbeitern als am meisten kakkoii finde. Ich hab natürlich erstmal den Fehler gemacht und Eri-san genannt, weil ich かっこいい für mich mit cool übersetzt habe und es nach meinem Sprachgebrauch angewandt habe. Aber hier ist er Punkt: kakkoii bedeutet neben „cool“ auch „handsome“ und wird eigentlich nur für männliche Personen genutzt. Das Äquivalent dazu bildet dann kawaii was neben „cute“ auch „charming“ heißt und normalerweise zur Beschreibung für weibliche Personen genutzt wird. Also hab ich mich korrigiert und eine männliche Person genannt. Am liebsten wäre ich ja dem ganzen Thema ausgewichen, aber die Leute sahen nicht so aus, als ob sie locker gelassen hätten. Auch gibt es in der Firma jetzt nicht so viele männliche Personen, die ungefähr in meine Alterspanne reinpassen, da hier halt ziemlich viel ältere Leute arbeiten. Nachdem ich dann die Person genannt habe ( es ist übringens Gabelstabler-san oder auch Ryo-san, was sein Vorname ist, seinen Nachnahmen mit dem ich ihn eigentlich anprechen müsste, kenne ich immer noch nicht) wurde natürlich noch weiter gefragt warum und es wurde bei jeder anderen männlichen Person aus der Firma noch mal gefragt, wie ich sie finde. Ich glaube, ich war auch nur das Opfer dieser Diskussion, weil ich nunmal direkt neben Taro-san saß, der das Ganze initiiert hat. Da ich ihnen ihre Antworten gegeben hab, wurde ich dann den ganzen Abend lang damit aufgezogen und Taro-san hat gleich irgendwelche Pläne geschmiedet, wie er uns zusammenarbeiten lassen kann usw.. Oh man, ich glaube, dass kann ich mir jetzt noch die ganzen nächsten Tage lang anhören.