
Der nächste Arbeitstag, wo wieder buntans sortieren anstand. Ich hab halt so keine Lust darauf. Die Lageweile dabei lässt mich noch verrückt werden. Heute hat es auch den ganzen Tag lang geregnet, mal etwas weniger und mal donnerte der Regen nur so gegen das Dach der Halle. Da ich aber eher ein Fan von Regen bin, empfand ich das eher als angenehm, auch da es dadurch ein bisschen kühler war. Nichtdestotrotz war die Arbeit genauso langweilig wie an den anderen Tagen auch und ich hab Anni, wir durften heute erstaunlicher Weise wieder zusammenarbeiten, schon von Anfang an die Ohren vollgeheult, dass ich kein Bock mehr darauf habe. Meine Motivation ist also on top gewesen. Vormittags haben uns Anni nebenbei ziemlich viel unterhalten, auch über so deepes Zeug, vor allem über Zukunftsplanung. Ich hab ich meine Pläne offen gelegt und sie (soweit sie sie hat) auch ihre. Auch haben wir über Bedenken und allen Möglichen Kram geredet. Aber nach 4 Stunden gehen da einem auch irgendwann die Gesprächsthemen aus, so dass wir nach der Mittagspaues angefangen haben, komische Spiele zu spielen (Da heute Eri-san neben uns gearbeitet hat, konnte ich leider nicht mit meinem unsinniges konmatsu-Schnipsen weitermachen). Das erste bestand im Grunde daraus, Songs zu erraten und das zweite war etwas an Stand-Land-Fluss erinnerndes. Aber trotzdem war ich froh, als wir endlich Schluss hatten. Seltsamer Weise haben wir morgen schon wieder einen freien Tag, dieses Mal aber wohl komplett alle aus der Firma. Auf dem weg nach Hause, waren wir noch einkaufen. Anni und Henrik hatten beschlossen, heute Abend ein bisschen was zu trinken und hatten mich gefragt, ob ich mich anschließen wollte, wo ich zustimmte. Als wir der Alkohol aussuchten, verkündigte Anni großstark, dass sie uns heute abend beide unter den Tisch trinken wird, worauf wir aber nur schmunzeln mussten. Mit einem Packen Shōchū und ein paar Bier bewaffnet haben wir den Laden wieder verlassen. Zuhaues hat dann jeder erstmal Abendbrot gegessen und sich von der Arbeit fertig gemacht, bis Anni mir dann gegen halb zehn Bescheid gab, dass sie jetzt anfangen wollte. Als ich dann kurz darauf in die Küche kam, benahm sich Anni allerdings schon angetrunken. Henrik meinte, dass sie wohl schon ein Bier getrunken hatte, er selber auch schon ein oder zwei. Anni hat dann mir ein Glas mit Shōchū gemischt mit melon cream soda und Eis gebracht, Henrik hat das zeug pur getrunken. Zusammen haben wir uns dann in die Sitzecke gesetzt und größtenteils nur gequatscht, wobei Anni eher einen Marathon in der Küche gelaufen ist. Am Anfang hat Anni auch (out of nowhere) eine sehr tolle Rede gehalten*. Der Abend wurde dann noch sehr lustig, aber mehr an Detail werde ich hier nicht erwähnen, weil ich sonst nicht mehr lebendig nach Deutschland zurückkehren werden, sollte das Anni lesen. Aber ich kann so viel verraten, dass das mit dem unter den Tisch trinken nicht ganz so geklappt hat…
*= dafür, dass ich diesen Satz erwähne, wurde ich von Anni mit Liebe bestochen. Ich sollte wenigstens eine positive Sache über sie erwähnen…