day 67 [06.04.]

Da wir heute mal wieder etwas mit den Leuten von der Organisation unternommen haben, mussten wir seit gefühlt einer Ewigkeit mal wieder mit Wecker aufstehen. Der Treffzeit war zwar erst um 12 Uhr angesetzt, aber allein der Fahrtweg von uns aus war über eine Stunde mit Bahn. Nachdem wir uns also zuhause fertig gemacht haben und  gefrühstückt haben, sind wir zur Bahn gelaufen und von dort aus nach Koto-ku gefahren. Die Endhaltestelle wo wir ankamen, war irgendwie seltsam, den normalerweise ist hier ja vieles sehr klein und eng, aber die war einfach riesig und hatte sogar eine ziemlich hohe Decke inklusive Glaskuppel. Von dort aus sind wir dann zum Park gegangen, vor dem wir uns mit den anderen Leuten der Organisation treffen wollten. Das war nicht irgendein normaler Park, sondern der „Tokyo Rinkai Disaster Prevention Park“, wo wir eine kostenlose Führung über Gefahren und Verhaltensweisen bei Erbeben bekommen haben. Am Park angekommen stellten wir aber fest, das der gefühlte 10 Eingänge hatte und nicht gesagt wurde, vor welchem wir uns treffen. An dem Eingang wo wir waren, saßen aber einige andere europäisch aussehende Leute und die Wahrscheinlichkeit war sehr hoch, dass sie ebenfalls zu WorldUnite! gehören. Also haben wir uns dazu gesetzt und gewartet. Während wir dann so da saßen, haben wir auch bemerkt, dass die anderen ebenfalls Deutsch sprachen. Sie gehörten also zu 99 % zu WU!. Allerdings waren selbst 12:10 Uhr immer nich nicht mehr Leute als die hier anwesenden 5 da und wir haben uns langsam echt gefragt, wo die andere denn bleiben. Es war ja nicht mal eine der Organisatoren von WU! da. Viertel nach zwölf lief dann aber eine relativ große Truppe Europäer in das Gebäude mit der Ausstellung rein. Kurz entschlossen sind wir dann hinterher uns es war wirklich der Rest von uns und wir haben lediglich an einem falschen Eingang gewartet. Die Führung hat dann zehn Minuten später begonnen. Sämtliche Leute der Gruppe waren natürlich Deutsch. Die Führung war von einer Japanerin auf Englisch. Sie erklärte uns dann, dass die Ausstellung größtenteils für Schüler benutzt wird, aber auch im Katastophenfall als Beratungstelle genutzt wird, natürlich kann sie auch von anderen Leuten, wir zum Beispiel uns, besucht werden. Wir haben dann jeder so ein Tablet bekommen und sie erklärte und, dass wir die Ausstellung selber erkunden müssen und dazu Fragen auf dem Tablet gestellt bekommen. Dann haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt und sind in einen Fahrstuhl gestiegen. Diesesr hat sich aber nicht wirklich bewegt, sondern simulierte quasi nur ein Erdbeben und als wir dann aus dem Fahrstuhl austiegen, haben wir uns in einer vom Erbeben zertörten Stadt wiedergefunden. Also eigentlich befanden wir uns in einer Halle, wo eben das dargestellt wurde, aber es sah schon ziemlich cool aus. Da mussten wir dann rumlaufen, mithilfe des Tablets Fragen beantworten und haben dann dazu Infos bekommen. Leider hatte man gar nicht genügend Zeit um sich alles sehr genau anzugucken, ehe es dann auch schon wieder aus dem Raum rausging. Nach einem kurzem Film ging es dann auch schon weiter in den nächsten Raum. Vielleicht sollte man Wissen, dass die Austellung sich nicht allgemein um Erdbeben dreht, sondern eher sich auf ein ziemlich großes, was quasi ganz Tokyo zertören würde, konzentriert. Diese gab es in der Geschichte schon ein paar Mal und das nächste könnte quasi jederzeit kommen. Ziel der Ausstellung war quasi, wie überlebe ich 72 Stunden ohne Hilfe nach dem Erdbeben. In dem Raum in dem wir uns dann befanden hatte die Versorgung danach als Thema. Man konnte sehen, wie man sich ein Haus bauen konnte, eine Toilette u.s.w.. Dabei konnte man mit dem Tablet so kleine QR-Codes, die im Raum verteilt waren, suchen und sich dann so kleine Filme angucken. Aber auch hier blieben wir nicht lange. Danach mussten wir die Tablets abgeben und man konnte seinen Score sehen… 100% bei mir. Im nächsten Raum gab es dann noch mal so Informationen, wie man mit dem nötigsten klar kommt, bzw. sich die notwendigsten Sachen zusammenbaut. Anschließend wurde dann noch ein kurzer Anime gezeigt, in dem man die Katatrophenversion sah, zusammen mit einer sehr dramatischen Story über ein kleines Mädchen und ihren jüngeren Bruder. Danach war dann die Führung allerdings auch schon vorbei und wir haben die Ausstellung verlassen. Chris von WU! hat dann noch vorgeschlagen, zusammen ein zur den Touristenspots zu gehen, wo wir natürlich dabei waren, denn wenn man schon die teuren Fahrkosten hierher bezahlt hat, dann nutzen wir das natürlich aus. Also sind wir zusammen mit den anderen ein bisschen durch die Gegend laufen. Der Bereich wo wir waren, war so ’ne Art künstlich (vermute ich mal) angelegte Insel im der Bucht von Tokyo. Generell gibt es in Koto-ku, viele Inseln dieser Art und man kann mittels ziemlich großer Brücken zwischen diesen wechseln. Irgendwie hatte man aber ein komisches Gefühl beim dort Langlaufen. Nicht weil es irgendwie unheimlich war oder so, sondern mehr weil es sich überhaupt nicht wie Tokyo angefühlt hat. Alles war mega groß und weitläufig, nicht eng und klein wie gewohnt. Das hat sich richtig ungewohnt angefühlt. Auch weil dort vieles westernisiert war. Es gab zum Beispiel ein komplettes kleines Dorf, wo man katholische Hochzeiten feiern kann. Neben den super geräumigen Wegen standen dort nur sehr hohe Wolkenkratzer, die oftmals eine sehr eigene Architektur hatten. In dem Tousistenviertel angekommen hat sich unsere Gruppe dann aufgeteilt und wir sind zusammen mit Chris und ein paar anderen Leuten in eines der Einkaufscenter dort gegangen. Das war auch übel seltsam, weil auch dort alles auf so mega westlich gemacht war und dazu war die Decke ein künstlicher blauer Himmel, der angestrahlt wurde, aber aufgrund dessen, dass es nicht sehr hell war, wirkte die Beleuchtung eher wie später Nachmittag. Nachdem wir dann durch diese Mall gegangen waren, kamen wir an history garage an. Das ist eine Austellung an Oldtimern, die man sich kostenlos ansehen kann. Da standen auch ein paar echt cooler Autos rum, und es wurde ganz leicht auch auf das Japan zur Zeit der Industrialisierung eingegangen. Als wir dort dann auch durch waren, sind wir wieder aud dem Gebäude raus und zur Unicorn Gundam Statue gelaufen. Das ist ein lebensgroßer Mecha, der vor einer weiteren Mall dort steht. Da wir dann ein bisschen Zeit hatten, bis er sich bewegt, haben wir und aufgeteilt, um nach etwas essbaren zu suchen. Ich hatte mir selber etwas mitgebracht, weshalb ich mir nichts kaufe brauchte, bloß Anni hatte ihr Essen im Sharehouse vergessen. Um 15 Uhr sind wir dann zu den andere zurück zur Statue, wo sich auch schon einige Leute versammelt hatten, um ihr beim Bewegen zu zugucken. Mit dramatischer Musik wurde das ganze natürlich begleitet, lediglich die eigentliche „Bewegung“ der Mechastatue waren etwas enttäuschend, dennn so wirklich sich bewegt hat er sich nämlich nicht. Anni und ich haben sich dann voon den anderen getrennt, da wir noch einen Park aufsuchen wollten. Nach ein bisschen rumsuchen mit google maps haben wir dann auch einen gefunden und sind in diese Richtung losgelaufen. Auf dem Weg haben wir dann auch noch nach einem Konbini gesucht, wo Anni sich noch etwas zu essen kaufen wollte. Den haben wir dann auch gefunden, wenn auch nicht so leicht, wie man normaler Weise Konbinis in Japan findet. Der „Park“ wo wir dann ankamen, lag am Wasser und man hatte eine ziemlic coole Aussicht auf das Meer und der dahinter liegenden Großstadt. Direkt neben dem Park lag auch der Strand von Tokyo, welcher um diese Jahreszeit noch ziemlich leer war. Wir haben uns dann auf die Treppen der Promenade gesetzt und ein bisschen die Sonne genossen. Die war heute nämlich ziemlich warm. Selbst im Tshirt hat man heute geschwitzt. Ich freu mich schon auf den Sommer hier wenn es wirklich warm wird… ich glaube, dann werd‘ ich sterben. Eine ganze Weile haben wir dann da gechillt und die Aussicht genossen, ehe wir uns dazu entschieden haben, wieder nach Hause zu gehen. Also sind wir wieder zurück zur Station gelaufen. Wieder zurück durch die Gegend, wo man sich ziemlich verloren zwischen den viel zu großen Straßen und seltsamen Gebäuden fühlte.

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