day 65 [04.04.]

Nach entspanntem Aufstehen haben wir uns dann langsam fertig gemacht für den Tag. Gestartet wurde da natürlich mit Frühstück machen. Heute hab ich mich dann mal an Milchreis probiert. Leider kann man den nicht im Reiskocher zubereiten, wäre ja auch zu einfach gewesen. Natürlich habe ich es geschafft, die Milch überkochen zu lassen, dabei haben wir hier auch noch Gasherd, der nicht so einfach sauber zu machen ist. Aber wenigstens hatte ich dann etwas zu tun, während ich den Milchreis auf einer anderen Platte weiter kochen lassen habe.  Das Endprodukt ist tatsächlich auch gut geworden, wenn auch ein bisschen wässrig, da ich keine Geduld zum verkochen lassen hatte. Danach hab ich moch dann an mein Makeup gesetzt, was irgendwie nie ganz dass wird, was ich eigentlich machen wollte. Aber das einesfalls negatativ gemeint. Das hat dann bloß eine Weile gedauert und nachdem wir dann beide fertig waren und unsere Sachen zusammengesucht hatten sind wir mit der Bahn zum Ueno Park gefahren. Wir hatten uns gestern noch informiert, welche Parks (Pärks? Parkse? bestimmt nicht…) sich denn besonders gut eignen und der war meistens Platz zwei. Platz eins war der Shinjuku Park, wecher aber Eintritt kostet und den wollten wir uns sparen. Zum Glück hatte ich all mein Essen in meinen Rucksack gepackt bekommen. Ich hab hatte jetzt aber auch nicht übermäßig viel mit. Lediglich Soba (spezielle Nudeln, kennt man vielleicht aus nem typischen Ramen) angebratenmit Zwiebeln, Knoblauch und Käse, dazu Tofu mit Chili, Süßkartoffeln angebraten mit Zimt (aka. selbstgemachtes Kenpi… kennt jemand hier Kenpi? Ist jedenfalls eine süchtig machende Süßigkeit), Erdbeerpocky und noch eine weitere Tüte Snacks, wo ich aber nicht genau wusste, was das ist. Für Gemüse hat dann weder der Platz im Rucksack noch in den Dosen zum storagen gereicht. In Ueno angekommen hat man schon bemerkt, dass wir einen der favourite places rausgesucht hatten, denn es war voll. Also sind wir dann erst einmal ein bisschen durch den Park spaziert und haben uns nach einem passenden Platz umgeguckt. Und ja der Park war schon ein bisschen Bilderbuch-like. Der Hauptweg war links und rechts gesäumt von blühendenden Kirschbäumen, von denen langsam und leicht einzelne Blütenblätter Richtung Boden rieselten. Lediglich die eine Milliarde Menschen darunter haben die Szenerie leicht gestört. Bei den Japanern ist ja das hanami, also das Zelebrieren und Angucken der Kirschblüten sehr beliebt, sehr beliebt. So saßen im Park (auch auf den Betonwegen am Rand) lauter Japaner auf Planen mit Pappkartons als Tische und haufenweise Snacks und Bier und haben dort gegessen, gefeiert und zusammen abgehangen. Irgendwie war es schon leicht befremdlich Leute im Businessanzug sitzend im Park abhängen zu sehen, aber hier ist das völlig normal. Wir haben uns dann auch einen Spot unter den Bäumen gesucht. Zwar nicht unter den Kirschbäumen, dafür hatten wir aber Platz und Sicht auf die Kirschblüten. Gefühlt waren wir dabei die einzigen nicht-Japaner, die sich dort hingesetzt haben und den Tag im Park gechillt haben.

Es ist übringes immer wieder erstaunlich, wie sauber es hier ist, denn obwohl jede Gruppe hier gefühlt Unmengen an Plastikmüll produziert, liegt hier nirgendwo etwas rum. Alles wird schön in die entsprchenden Mülleimer gebracht (wenn es denn welche gibt) oder mit nach Hause genommen. Eine ganze Weile saßen wir dann dort, haben gegessen, uns unterhalten und die schöne Aussicht genossen und wenn ein Windstoß einen Schwall Blütenblätter durch die Gegend gewirbelt hat, haben wir uns gefreut wie so kleine Kinder. Da wir viel zu viel Essen mit hatten, haben wir aber nicht alles geschafft und haben irgendwann beschlossen, noch ein bisschen durch den Park zu gehen. Nachdem wir dann alles zusammengeräumt hatten ging dann auch schon langsam die Sonne unter und sobald die Sonne hier weg ist, wird es kalt. In dem Park sollte es noch einen teich geben, wo ich unbedingt noch hin wollte. Nach ein bisschen suchen haben wir den auch gefunden. Der ist jetzt nicht klein oder so, dass man ihn übersehen könnte, aber der Park wird durch eine Straße noch mal getrennt, weshalb wir den halt nicht gleich gefunden haben. Über den Teich führt ein betonierter Weg, den wir natürlich auch gegangen sind. Auch wenn der Anfang dieses Weges etwas enttäuschend war, da links und rechts nur Verkaufstände waren und man deshalb weder Wasser noch Kirschblüten gesehen hat. Das hat sich aber nach so’nem komischen Tempel auf dem Wasser geändert, denn da hinter ist man dann über einen Weg, der rechts und links von Kitschblüten gesäumt war gegangen und hatte hinter dem Teich, Blick auf die Hochhäuser von Tokio. Das hatte schon einen ganz eigenen Flair. Nachdem wir dann den Teich überquert hatten, sind wir noch ein bisschen durch die anliegenden Straßen gelaufen, eigentlich nach der Suche nach einem Café, aber da es schon um 7 Uhr war, haben wir den Plan dann auch wieder verworfen und haben uns auf den Rückweg gemacht. Im Sharehouse angekommen waren wir dann immer noch papp satt und während Anni angefangen hat, Tagebuch zu schreiben, hab ich meine Zeit mit mehr oder weniger sinvollen Dingen im Bett verbracht. Blog schreiben ist zum Beispiel eine Sache davon…

 

 

 

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