day 56 [26.03.]

Der heutige Arbeitstag ist abgelaufen wie jeder andere und es ist irgendwie kaum greifbar, dass das schon der vorletzte gewesen sein soll. Mein Frühstück habe ich mittlerweile auf Reis mit Ei und Furikake sowie einem süßen Brötchen umgestellt. Ich werde hier ab und zu mal von Leuten gefragt, was denn meine Lieblingsarbeit hier sei und wenn ich dann weeding antworte, werde ich immer total umglaubwürdig angeguckt, weil die meisten hier weeding hassen. Ich find’s ok. Wie uns Taro-san erklärt hat, dient die manuelle Feldarbeit hier als eine Art Meditation und das kann ich halt beim weeding mehr als bei den anderen Aufgaben. Abgesehen davon habe ich in den vier Wochen hier grade mal an 4 (!!) Tagen etwas anderes gemacht…  Vielleicht habe ich deshalb auch mittlerweile einfach keine Lust mehr drauf uns würde ultra gerne mal wieder etwas anderes machen.

Am Abend haben uns Anni und ich dann noch mal wegen unserer weiteren Reiseplanung besprochen und der Plan der dabei rauskam sieht wie folgt aus:

am 28.03. zurück nach Tokyo für ca. 1,5 Wochen, danach nach Osaka für ca. eine Woche und schließend für zwei Wochen nach Hiroshima, einen Freund von Anni besuchen. Dann (und das ist jetzt neu) wollen wir Ende April wieder zurück auf die Farm für 6 Wochen, denn hier verdienen wir nicht nur relativ gut Geld und haben ziemlich geringe Ausgaben, sondern der Komfort hier ist auch angenehm. Denn die Leute hier sind ultra nett, die Arbeit macht auch zu einem gewissen Teil Spaß, die Unterkunft ist gut und generell hat man dort ein sicheres Gefühl.

Dann haben Anni und ich uns noch eine Route für die Rückfahrt nach Tokyo rausgesucht. Das wird lustig, denn wir kommen am 29. früh an und gehen noch am selben Tag ins Ghibli Museum.

Als ich dann am Abend in die Küche ging um mein Tagebuch zu schreiben bzw. zu Zeichnen, war die Küche bis auf Sanou-san leer, der Jazz Musik über sein Handy laufen hatte und dabei irgendein komisches spargelähnliches Gemüse geschält hat. Am Anfang habe ich noch über meine Kopfhörer Musik gehört, ehe ich dann dazu gewechselt bin, bei Sanou-sans zuzuhören. Da er aber ziemlich viel Klaviermusik in seiner Playlist oder Mediathek drinnne hatte, habe ich plötzlich ziemlich Sehnsucht nach einem Klavier oder eher dem Klavierspielen bekommen und um meinen Frust zu kompensieren habe ich einfach meine Kopfhörer wieder eingeschaltet und ein paar Klavierlieder gehört, die ich auch spielen kann und diese quasi auf dem Tisch begleitet. Das hat dann auch Sanou-san bemerkt und mich darauf angesprochen., weshalb wir dann in einem Gepräch über Musik gerutscht sind. Ich hab ihm unter anderem meinen Lieblingspianisten gezeigt (Marius Ley, aber macht eigentlich eher weniger Klaviermusik), welche er sich sogar gespeichert hat. Er hat mir auch ein paar seiner Lieblingsmusiker gezeigt, aber die kannte ich alle nicht. Irgendwann sind wir dann von Musik zu Filmen gewechselt. Es waren jetzt natürlich keine sehr tiefgründigen Dikussionen über Handlungsplot oder Charaktere, sondern mehr so „Hey kennst du den? Also ich mag ja den… Das ist mein Lieblingsfilm… das und das Genre mag ich…“, aber mehr ist mit meinem schlechten Japanisch und seinen nicht gerade besseren Englischkünsten nun mal nicht drin. Trotzdem habe ich an diesem Abend wahrscheinlich mehr Worte mit ihm gewechselt als in der ganzen Zeit davor.

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