day 55 [25.03.]

Ein Tag wie jeder andere Arbeitstag auch. Aber hey, immerhin bin ich heute mal wieder etwas früher aufgestanden und hatte dann viel zu viel Zeit. Ich hab irgendwann sogar mein Zimmer noch ein bisschen aufgeräumt und das soll schon was heißen, wenn ich es noch schaffe morgens etwas produktives zu machen. Im übringen wurden gestern noch  neue Schränke in die Küche geräumt, während wir auf Arbeit waren. So stehen jetzt zwei riesige Schränke, einer für Geschirr und der andere für persönliches Zeug, in der Küche. Der eine Kühlschrank ist natürlich alleine geblieben. Ist halt schon eng, wenn man sich zu neunt einen nicht sehr großen Kühlschrank teilen muss. Der hier ist sogar kleiner als der bei uns in Deutschland zuhause und der ist schon nicht gerade sehr groß.

Nach der Arbeit erzählte mir dann Anni, dass sie heute noch mit Yamamoto-san und Sanou-san Crepe essen gehen wollte. Also sind wir erst nach Hause gefahren und sie hat sich fertig gemacht, um wieder los zu gehen. Ich hatte einfach nur Hunger aber wollte halt vorher noch Duschen gehen und während ich grade meine Sachen zusammengesucht habe, kam dann Anni an und hat gefragt, ob ich denn nicht mitkommen möchte. Da hab ich natürlich ja gesagt, ich meine, wer lässt sich denn schon ne Möglichkeit für Crepe entgehen? Dann musste ich mich blitzschnell umziehen, da die anderen unten gewartet haben und ich nicht in meinen Arbeitsklamotten da auftauchen wollte. Zwar nicht ganz frisch aber annehmbar (ich hätte halt noch gerne geduscht, aber zum Glück war heute nicht ganz so schweißtreibend und die anderen hatten auch keine Zeit dazu) bin ich dann zu den anderen ins Auto gestiegen. Das erste Mal in einem normalen japanischen Auto, was keiner dieser komischen gequetscht aussehenden Busse ist. Bloß waren Anni uch irgendwie zu blöd, den Anschnallgurt zum einrasten zu bringen. Nach ca. 5 Minuten leicht verzweifelt rumprobieren haben wir es dann irgendwann aufgegeben. Anschnallen juckt hier nämlich auch keinen. Zusammen sind wir dann zum Crepestand gefahren, wo Anni, Henrik und ich uns schon mal zusammen einen Crepe geholt hatten. Yamamotosan ist keiner der Bolabaita, sondern Festangestellter der Farm. Bolabaita sind die Leute, die wie wir nur temporär hier arbeiten. Das Wort klingt vielleicht ein bisschen komisch, es wird halt im Japanischen ボラバイタ- geschrieben, was romanisiert halt borabaita/bolabaita ist. Ich glaube es steht aber für irgendwas mit volunteer. So hört es sich jedenfalls an. Jedenfalls haben wir dann am Crepestand und was bestellt, was für Anni und mich natürlich immer sehr lustig ist, da wir die Karte nicht wirklich lesen können. Da ist es schon echt hilfreich, dass hier vieles mit Bildern abgedruckt ist. Yamamoto-san hat Annis und meinen Crepe bezahlt, was schon irgndwie leicht komisch für uns war. Ab da war dann auch Anni sehr froh, dass ich mitgekommen bin, denn es wäre für sie halt echt seltsam, wenn er nur für sie bezahlt hätte, denn keine Ahnung, was er dafür erwartet/erhofft hätte. Oder ob das schon als Date gilt (Sanou-san war ja noch mit dabei). Mit den Crepes sind wir dann nach Hause gefahren und haben auf dem Weg noch mal an einem Konbini angehalten, wo dann Eis gekauft wurde. Die Fahrt übver wurde sich in einem Mix aus größtenteils Japanisch und auch ab und zu mal ein englisches Wort unterhalten. Sanou-san  hat uns ja am Anfang erzählt, das er kein Englisch kann, aber das war eine Lüge. Er kann lediglich nicht sehr gut Englisch, aber ein, zwei Wörter oder kurze Sätze bekommt er hin. Yamamoto-san kann aber wirklich kein Englisch. Am Haus angekommen wollte und dann Yamamoto-san lediglich absetzen, aber Anni hat ihn noch eingeladen mit reinzukommen. Wir hatten halt unsere Crepes imer noch nicht gegessen und es wäre schon komisch, wenn er jetzt gefahren wäre. Drinne im Haus blieb er dann allerdings im Eingangsbereich stehen und wir mussten ihn erneut auffordern, rein zu kommen. Anni, Sanousan und ich haben und dann auf die Sofas gesetzt und Yamamotosan nach kurzem Zögern daneben auf den Boden, bis dann Sanousan daraufhin sofort zur Seite gerutscht ist. Manchmal kann Höflichkeit schon sehr antrengend sein. Wir saßen dann jedenfalls gegenüber und haben uns ein bisschen unterhalten und dabei die Crepes gegessen (welche echt lecker waren). Irgendwann wurde dann allerings die Konversation immer gezwungener und unangenehmer, da sich keiner getraut hat, das Ganze aufzulösen, oder vielleicht wollten sie auch nicht. Bis dann Anni irgendwann daruag hingewiesen hat, das wir beide noch kein Abendbrot gegessen hatten, was dann für Yamamoto-san das Zeíchen war, zu gehen. Unsere kleine Truppe hat sich dann aufgelöst und ich bin nach oben gegangen, um meine Zutaten fürs Abendbrot zusammenzusuchen. Wieder unten angekommen waren dann plötzlich andere Leute aus unserer Firma da, die Yakitori (gegrillte Fleischspieße) mirgebracht hatten. Die blieben dann einen kleinen Moment da und haben sich mit den anderen unterhalten, ehe sie irgendwann auch gegangen sind.

Ich hab halt keine Ahnung, weshalb die kamen, aber für das Fleisch zum Abendbrot beschwere ich mich natürlich nicht, denn es war echt lecker. Anni hingegen hat sich erneut an Nati probiert oder eher gesagt, ihre letzte Packung verbraucht. Dabei hat sie alles probiert, um den eigentlichen Geschmack davon zu überdecken. Also haufenweise Furikake (ein Gewürz aus Nori und Fisch) und Yakitorisoße. Als das nur semi geholfen hat, hat Sanou-san vorgeschlagen, doch einfach noch Mayo zu nehmen. Ich glaube seine Lösung für alles ist auch Mayo, ohne Witz, der ist halt einfach alles mit Mayo. Aber tatsächlich war es danach essbarer. Gerade Abends merkt man aber sehr gut, dass jetzt deutlich mehr Leute da sind, da es echt schon voll war. Kurz vor 10 Uhr ist dann sogar noch jemand angereist. Diesmal aber kein Japaner, sondern eine taiwanesische Frau, die quasi kein Japanisch spricht und nur ein bisschen Englisch. Deshalb war dann abens auch noch ein bisschen mehr los als sonst.

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