Überraschender Weise bin ich heute etwas früher aus dem Bett gekommen (zwar immer noch nicht dann, wann ich eigentlich mal aufstehen wollte, aber jeder kleine Erfolg zählt, nicht war? Dafür hab ich heute morgen mein Toastbrot nicht gefunden. Es war halt einfach weg. Gut, dann hab ich halt Reis gegessen, war jetzt auch nicht so schlimm. Ich hätte trotzdem gerne meine eine Scheibe die ich noch hatte zurück. Heute stand dann arbeitstechnisch mal wieder weeding an… wer hätte es gedacht. Ich weiß gar nicht, wie viele Tage ich das jetzt schon mache (könnte nachgucken, aber bin zu faul. Ich bin heute im Auto bei zwei jüngeren Japanerninnen mitgefahren, die beide sehr gerne sehr schnell reden. Dementsprechend habe ich quasi gar nichts mehr verstanden. Das einzige, was man ziemlich einfach rausfiltern kann, sind Namen und daher kann ich sagen, dass Sanou-san ein ziemlich beliebtes Gesprächsthema war. Auf den Plantagen angekommen wurden wir irgendwann dann vor irgendeinem giftigen Insekt gewarnt, welches genau habe ich nicht verstanden. Aber was ist denn da los, gestern Schlangen, heute irgendwelche Käfer… was kommt als nächstes? Und warum habe ich die letzten Tage davor überhaupt nichts davon gehört? Die zweite Plantage die wir dann besucht haben, war die mit der am Abstand geilsten Location. Zum Glück haben wir da auch die Mittagspause verbracht.

Wir saßen an dem Hügel der Straße, unter uns die Plantage und im Hintergrund das Meer. Dazu natürlich stahlender Sonnenschein und blauer Himmel, während die ganze Zeit zwei Habichte über unseren Köpfen kreisten. Mein Sandwich hat zum Glück mehr als gereicht und so hab ich dann die Hälfte der Pause damit verbracht, satt und entspannt im Gras zu liegen. Seit meinem ersten Sonnenbrand verbrenne ich mich übringens nicht mehr. Ob das jetzt an meiner abgehärteten Haut (haha wohl eher weniger) oder eher an der Sonnencreme liegt (viel wahrscheinlicher), weiß ich nicht.
Zurück in der Firma haben wir dann erfahren, dass wir anscheinend jetzt ein Auto mehr bekommen, da heute noch 4 Leute anreisen werden und dafür zwei Autos zu wenig sind. Das heißt, Anni musste ein Auto fahren. Wir haben uns natürlich darüber gefreut, weil wir dachten, wir könnten mal alleine zusammen nach Hause fahren. Allerdings hat sich Boyfriend-san (der Typ vom dem japanischen Pärchen, kennen seinen Namen auch nicht) zu uns ins Auto gesetzt. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, Musik anzumachen. Wir haben zwar keine guten Lautsprecher im Auta, aber nur übers Handy ist immerhin besser als nichts. Als wir dann irgendwann von K.I.Z. auf Greenday gewechselt sind, hat Boyfriend-san ganz enthusiastisch gefragt, ob es denn Greenday sei und als wir bejahten hat er gemeint, dass er Greenday mag. Den Rest der Fahrt saß er dann sogar leicht nach vorne gebeugt und interressiert da. Dazu muss man wissen, dass er eher so der Typ ist, der sich abkapselt und nicht mit anderen redet. Als wir dann irgendwann zu Eminem gewechelst haben, war er sogar noch begeisterter. Wir haben dann noch einen kurzen Zwischenstop am Supermarkt gemacht, wo Anni eingach Tonnenweise Eis gekauft hat. Aber mein Einkauf sah nicht besser aus… Im Laden haben wir dann auch Henrik getroffen. Boyfriend-san war vor uns mit dem Einkaufen fertig und ist schon rausgegangen. Allerdings haben wir ihn draußen nicht gefunden und nach einigen Rumüberlegen mit Henrik sind wir zu dem Schluss gekommen, dass er mit Sanou-san mitgefahren sein muss. Also sind wir mit einem leichten komischen Gefühl ohne ihn weitergefahren, weil er halt echt nirgendwo aufzufinden war. Ja bloß leider stellte sich dann zuhause heraus, dass er nicht mit Sanou-san mitgefahren ist und wir ihn wirklich dort stehen gelassen haben. Daraufhin haben sich Anni und ich erstmal mega schlecht gefühlt. Girlfriend-san ist dann los, um ihn abzuholen. Kurz nach dem sie zurückkamen (und wir uns erstmal voll beschämt entschuldigt haben), sind dann die neuen angekommen. Drei neue Japaner, davon zwei Frauen. Überraschenderweise können die alle aber halbwegs gut Englisch und der Typ kann sogar ein, zwei Worte Deutsch. Gerade der Typ hat sich dann den Abend über ziemlich viel mit allen unterhalten. Wir durften dann natürlich schön wieder von vorne anfangen zu erklären, was denn dies oder das auf Deutsch heißt. Glücklicherweise steht der Größtteil davon immer noch auf der Magnettafel am Kühlschrank. Im Laufe des Abends blieb dann irgendwann das Gepräch zwischen ihm, Henrik, Anni und mir hängen. Dabei habe ich halt ab und zu wie gewohnt mal was auf Deutsch zu Anni gesagt und er hat sich dann immer beschwert, weil er dann ja nichts versteht, Irgendwie war ich schon überrascht, weil sich bis jetzt ja noch nie darüber jemand beschwert hat. Ich glaube, in den nächsten Tagen wird das mit den ganzen Leuten ganz schön witzig, da es einfach nur voll ist. Neun Leute und ein Kühlschrank wird auch schwer…