Diesmal mussten wir aber wirklich wieder früh aufstehen. Also sind wir nach der alltäglichen Morgenroutine zur Arbeit gefahren. Heute wussten wir ja bis wir in der Firma angekommen sind nicht, was unsere heutigen Aufgaben waren. Nach einem kurzen Blick auf die Tafel dort, wo dran steht, wer was tut, waren wir allerdings nicht wirklich schlauer. Anni und ich waren jedenfalls wieder getrennt. Ich stand in einer Spalte, wo zwar davor, der Ort als in der Firma arbeiten angegeben war, allerdings halt auch die Kanjis für „Innen“ und „Reisfeld“ standen (also wahrscheinlich auf den Plantagen), dazu war zu der vierer Truppe in der ich stand, ein Auto zugeteilt. Also sprich absolut undurchsichtig, was denn davon jetzt stimmte. Ich bin dann jedenfalls nach der morgentlichen Besprechung zu dem angegeben Auto mit meinen Sachen gegangen. Dort erwarteten mich auch schon ein paar ältere Japaner und zusammen sind wir losgefahren. Im Auto hat mir dann auch ein Blick in den Kofferraum verraten, was die heutige Aufgabe war. Es war natürlich wieder Unkraut jäten. Ich glaube, es haftet wie ein Fluch an mir. Nachdem ich dann Anni diese wunderbare Nachricht mitgeteilt hatte, teilte sie mir mit, dass sie wieder taihi verteilen durfte. Ich hab ja mal den taihi hier als Kompost vorgestellt, eigentlich ist es aber Kuhscheiße. Wir sind dann jedenfalls auf die Felder gefahren und haben da angefangen, wo wir letztes Mal aufgehört hatten. Dabei muss ich schon sagen, das Arbeiten in der Stille, den leichten naturellen Hintergrundgeräuschen und der Sonne im Rücken hat eine ganz eigene entspannende Wirkung. Die japanischen Frauen haben sich heute voll über meine schön ordentlichen unkrautfreien Bäume gefreut (ich weiß nicht, ob man das als freuen bezeichnen kann, vielleicht war es auch eher ein sich drüber lustig machen, aber halt nicht im negativen Sinne). Das hab ich wohl meiner perfektionistischen Ader zu verdanken, dafür brauche ich auch ein bisschen länger als der Durchschnittsjapaner hier (ist aber nicht viel). Den Tag über ist dann nichts spannendes passiert, aber was erwarte ich auch. In der letzten Pause, wo alle zu den Autos am Feldrand sind, bin ich auf der Plantage geblieben und hab mich ein bisschen hingelegt um meinem Rücken auszuruhen. Das ist auch nichts besonderes, da ich und einige andere das fast jede Pause tun. Während ich dann da so lang kam dann die Ninja-Lady an (ich kenne ihren Namen nicht, aber beim arbeiten läuft sie halt immer komplett vermummt rum), nur um mir Snacks anzubieten. Kurz darauf kam dann Sanou-san an, um zu fragen, ob ich etwas Buntan essen möchte. Da sind die beiden doch extra nur wegen mir über die halbe Plantage gestiefelt, um mir Essen anzubieten. Der Arbeitstag ging aber schnell vorrüber und gefühlt früher als sonst, reel aber später, saßen wir wieder im Auto und sind nach Hause gefahren. Zurück in der Firma haben wir dann erfahren, dass wir aufgrund dessen, das für morgen Regen angesagt ist, frei bekommen. Ist natürlich schade…. kappa. Also sind wir nach Hause gefahren und waren sogar weil wir nicht einkaufen waren vor den anderen da. Da Henrik in einem extra Haus wohnt hatte Anni und ich für kurze Zeit das haus für uns allein. Das haben wir natürlich ausgenutzt indem wir „laut“ (wie laut man halt nur mit nem Handy machen kann) Musik angemacht und mehr oder weniger korrekt mitgesungen. Leider kamen die anderen kurz darauf, so dass wir wieder leise sein mussten. Es war eine kurze schöne Zeit. Nach dem Duschen haben wir dann Abendbrot gekocht, wobei Anni das Rezept von Sanou-san nachgemacht hat und ihn deshalb nach jeden Schritt einzeln gefragt hat, während ich sowas ähnliches improvisiert habe. Zwei Leute, zwei Herangehensweisen. Beides war aber trotzdem lecker. Sanou-san hat uns dann aich mitgeteilt, was wir übermorgen machen müssen und überraschung, unerwarteter Weise bin ich mal wieder fürs weeding eingeteilt. Henrik hat allerdings angeboten, mit mir zu tauschen, da ich ja jetzt schon seit fast 2 Wochen das Gleiche mache. Ich glaube, das Angebot werde ich annehmen, da ich dann auch mal wieder mit Anni zusammenarbeiten könnte. Die anderen Leute sind abends dann irgendwie ziemlich früh aus der Küche verschwunden, weshalb wir beide dann wieder alleine waren. Gegen 10 Uhr sind dann allerdings auch wir wegen der Licht-aus-Regel nach oben in unsere Zimmer gegangen und haben den restlichen Abend jeder für sich verbracht.
