Zum Frühstück habe ich heute seit langer Zeit mal wieder Toast gegessen, wobei dasss hier ein bisschen anders ist als ich es kenne. Der Teig ist ein bisschen luftiger, die einzelnen Scheiben aber größer und ungefähr doppelt so dick. War trotzdem geil. Danach ging es dann ab zur Arbeit. In der Firma wird übringens immer mit ohaiyogosaimasu yoroshikuonegaishimasu gegrüßt. Lediglich schaffen es die Hälfte der Japaner diese zwei recht langen Wendungen auf einen dreisilbiges unverständlichen Wortklumpen runterzubrechen, den man absolut nicht mehr als das eigentliche identifizieren kann. Wir mussten ernsthaft Henrik fragen, was sie denn immer sagen. Heute stand dann Unkraut jähten an der Tagesordnung für uns. Also sind wir nach der morgentlichen Versammlung wieder ins Auto gestiegen und als wir alles saßen stellten wir fest, das Hendrik, derjenige der uns immer fährt, im anderen Auto saß. Kurzzeitig waren wir etwas verwirrt, bis dann Sanou-san zu uns kam und sich auf den Fahrerplatz setzte. Henrik war nämlich heute für eine andere Arbeitsstelle eingeteil worden. Erstaunlicherweise war das Unkrautzupfen sogar eigentlich ziemlich entspannt. Auch wenn es am Anfang noch etwas frisch war. Das einzige Problem war bloß, dass durch das nasse Grünzeug die Handschuhe ziemlich schnell durchnässt war, was dann für die Hände ziemlich unangenehm und ekelig war, da es auch der Dreck irgendwann unter die Handschuhe schaffte. Den ganzen Tag lang wurde dann um die Orangenbäume herum das Unkraut rausgezupft und anschließend die freigelegten Stellen mit dem abgeruften Zeug wieder zugedeckt. Dazu muss ich sagen, dass ich die Arbeitsanweisungen eigentlich meistens verstehe, nur die Gründe dahinter oft nicht. Ich meine, warum haben wir denn bitteschön das rausgerupfte Zeug wieder rauf geschmissen?

Man sieht es zwar auf dem Bild nicht ganz so gut, aber so sah es aus, wenn man mit einem Baum fertig war. Das gAnze wurde dann bei jedem Baum einzeln gemacht. Die fast 9 Stunden die man auf den Plantagen ist, darf man übringens ohne Toilette verbringen. Die Arbeit war endlich mal nicht ganz so anstrengend für den Rücken, dafür aber für die Kniehe, da man die ganze Zeit hocken durfte. Mir haben dann auch ziemlich schnell die Fußballen wehgetan, da dort ja die ganze Zeit mein Gewicht drauf war. Irgendwann hab ich dann angefangen, mich ins nasse Gras zu knien, was dann allerdings eine nasse Hose zur Folge hatte. Zur Mittagspause hab ich dann mein Bento gegessen und ich glaube, ich habe ein neues Lieblinggewürz: Zimt. Natürlich war Zimt schon vorher geil, aber ich habe gestern mal experimenteller Weise mein Gemüse mit Zimt und Chilli gewürzt und find es echt geil. Werde ich auf jeden Fall jetzt öfter machen. Seltsamer Weise haben wir heute eine Pause mehr gemacht als sonst, dass hat mich schon ein bisschen aus dem Konzept geworfen. Ich versteh auch immer noch nicht, warum wir die hatten. Nach ein paar Stunden Arbeit hatte man dann gefühlt überall Erde und wir waren ganz schön froh, als wir endlich nach Hause gefahren sind. Besonders die Hände waren einfach nur die nassen dreckigen Handschuhe so ekelig. Aber insgesammt finde ich das Unkraut jähten eingetlich ziemlich entspannt. Ich würde es sogar eventuell als meine Lieblingstätigkeik bezeichnen, von denen, die ich bisher gemacht habe. Allerdings war es für Anni gar nicht geil, da sie Knieprobleme hatte und somit ziemlich große Schmerzen. Morgen waren wir eigentlich wieder dafür eingeteilt, aber Anni hat mit igendwenn geredet und so wurden getauscht. Seltsamerweise zu zweit, obwohl sie nur für sich gefragt hat. Aber naja, stören tut es uns auf keinen Fall. Zuhause angekommen konnten wir dann endlich duschen gehen. Aber selbst nach dem Duschen war der Dreck unter den Fingernägelm immer noch nicht hundertprozent weg (und ich habe echt lange geduscht). Danach habe ich dann Abendbrot und Essen für morgen gekocht. Ich war die letzte, die gegessen hat und kuz bevor ich fertig wurde, wurde sogar schon der Reis aus dem Reiskocher in den Kühlschrank gepackt. Als ich mir dann kurzu darauf den wieder rausholte hat sich Kanou-san erstmal fünf mal entschuldigt, weil sie dachte, ich esse Toast (hatte das vorher rausgestellt, um es später woanders hinzuräumen), dabi war ist es mir egal, ob ich jetzt den kalten Reis mir aus dem Kühlschrank oder Reiskocher holen muss. Für Anni und mich ist es immer noch ziemlich seltsam, dass und niemand versteht, wenn wir miteinander reden. Wir könnten halt theoretisch die größte Kacke labern und niemanden würde es jucken. Wir nutzen das jedoch lieber um laut Lieder wie „willst du“ zu singen. Danach hab ich dann noch meine Arbeitssachen gewaschen, obwohl die morgen sowieso wieder dreckig werden.
Und für alle die in der japanischen Sprache völlig unbewandert sind: was bedeutet diese ewig lange Begrüßung in etwa?
Ihr könntet Ihnen auch Moin beibringen das is schön kurz 😉
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Also das erste bedeutet soviel wie „Guten Morgen“ und das zweite ähh… ist ein bisschen schwerer, weil wir nichts vergleichbares haben, vielleicht so was wie „Vielen Dank“? Ich hab keine Ahnung…
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