day 31 [01.03.]

Erstmal möchte ich noch einen kleinen Nachtrag von gestern machen. da ich zu müde und zu faul war, alles niederzuschreiben. Also…

Die Leute hier sind wie gesagt ultra nett. Besonders eine jüngere, sehr aufgeweckte, Japanerin namens Nonoka hat uns sehr herzlich in Emfang genommen. Von ihr wurden wir auch rumgeführt und haben alles erklärt bekommen. Sie hat uns auch unsere Zimmer gezeigt. Hier hat jeder sein eigenes Zimmer. Mein Zimmer ist zwar das kleinste, aber vollkommen ko. Das ganze Haus hier ist zwar sehr neu, aber mit vielen traditionellen Elementen. So ist der Boden bei mir im Zimmer zum Beispiel mit Tatamimatten ausgelegt (6 Stück). Das Ganze sorgt dafür, dass das Zimmer leicht nach Heu riecht. Als wir das Zimmer bekommen haben, war es eigentlich vollkommen leer. Dazu haben wir dann ein Futon mit Decke und Kissen bekommen. Das heißt also, schön auf dem Boden pennen. Meine Decke ist gefüht dicker als der Futon… Wir haben dann außerdem noch einen Mülleimer und eine Wäschestange bekommen. Natürlich gibt es einen Aircon im Zimmer haufenweise Steckdosen, die ich nie benutzen werde. Die Vorhänge im Zimmer dürfen wir komischer Weise nicht aufziehen. Als wir Nonokasan gefragt haben warum, konnte sie uns dass auch nicht beantworten. Hier haben wir dann auch mitgeteilt bekommen, dass wir gar nicht unser eigenes Geschirr brauchen. Jetzt haben wir das Ganze umsonst mitgeschleppt. Nach dem Abendbrot wurde sich dann noch beraten, wie man Annis und meinen Namen in Kanji schreiben würde. Es wurde sich dann auf 杏似花 (für Annika) und 花  (für Hannah) entschieden. Abends habe ich mir dann noch den Wecker für morgen gestellt und dabei meine alten Schulwecker wieder rausgekramt, hätte nicht gedacht, dasss ich die jemals wieder benötige…

Dann aber jetzt zum heutigen Tag. Die Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen und zum ersten Mal auch wieder durchgeschlafen. Geweckt wurde ich zwar durch meinen Wecker, aber kurze Zeit später hat auch Nonokasan an meine Tür geklopft um mich zu wecken. Dann habe ich mich angezogen und bin runter in die Küche, wo wir dann Frühstück bekommen haben. Normalerweise müssen wir hier für uns selbst kochen aber die anderen waren so freundlich und haben uns was für den ersten Morgen vorbereitet. Leider hat bloß seit heute mein Geruchssinn im Stich gelassen, weshalb ich leider nichts gemschmeckt hatte. Es gab selbstgemachtes Onigiri und dazu ein gekochtes Ei und eine Misosuppe. Danach ging es dann 6:30 Uhr los zur Arbeit, wo wir 20 Minuten später ankamen. Dort wurden wir dann erstmal von haufenweise Japanern überschwänglich begrüßt. Dabei wurde sich jeweils mit Namen vorgestellt, die ich alle 2 Sekunden später wieder vergessen hatte. Dann wurde erstmal uns alles gezeigt und anschließend im Vorrraum eine Art Versammlung abhehalten, wo alle im Kreis standen und ein paar Leute was erzählt haben. Verstanden habe ich davon allerdings absolut gar nichts. Später dann haben wir Hendrik gefragt, was dort eigentlich beredet wird, aber auch er meinte, er weiß es nicht ganz genau und das obwohl er deutlich besser Japanisch sprechen kann als wir und auch schon seit 2 Monaten auf der Farm ist. Anschließend sind wir dann an unseren Arbeitsplatz gegangen. Heute bestand unsere Aufgabe nur daraus, das Obst einzupacken. Zuerst haufenweise Dekopons (eine Art Mandarine) und danach Butans (eine Art Pomelo). Am Anfang war das noch ziemlich easy und die erste Zeit ging auch ziemlich schnell vorbei, bloß irgendwann ging das die Ganze zeit leicht nach vorne gebeugt stehen und Obst in Kartons zu sortieren etwas auf den Rücken. Trotzdem war es ingesammt ein zeimlich entspannter erster Arbeitstag. Auch hier waren alle super nett und freundlich und haben versucht uns alles auf entweder Japanischen oder ihren drei Worten Englisch zu erklären. Auch hier wurden wir öfter mal gefragt, was denn dies oder jenes auf Deutsch heißt. Da fällt einem erst auf, wir hart die deutsche Sprache eigentlich klingt. Es scheitert nämlich immer an so lauten wie zum Beispiel -cht in gute Nacht, da in deren Sprache kein vergleichlicher Laut existiert. Wie wir ja schon vorher wussten, ist die Arbeitsmoral hier ein bischen anders. So wurde zum Beispiel wenn es hieß „Pause“ immer nich mindestens die Kiste zuende gepackt und nocht alles stehen und liegen gelassen wie man es kennt. Ich glaube, einige haben sogar die Pausen lang durchgearbeitet. Ich habe ja schon erwäht, dass Japan in nicht allen Dingen so modern ist. Hier haben wir zum Beispiel noch analoge Zeitkarten, welche wir abstempeln müssen. Gegen 16.30 Uhr waren wir dan fertig mit Kartons verpacken und haben angefangen, unseren Arbeitsplatz zu säubern. Anschließend haben wir dann noch unseren Arbeitsvertrag bekommen und unterschrieben, so dass wir dann kurz nach 17 Uhr nach Hause gefahren sind. Dort angekommen wurde dann erst mal Reis aufgesetzt, ehe jeder circa eine Stunde später angefangen hat, sich sein Abendbrot zu kochen. Anschließend waren wir noch ein bisschen im Wohnraum und haben uns ein bisschen unterhalten oder anderweitig beschäftigt (ich habe den Blog geschrieben). Ein Japaner hier, der auch ein bisschen Englisch kann, lässt uns die ganze Zeit irgendwelche typischen japanischen Gerichte probieren und ich schmecke leider immer noch nichts (ich könnte heulen). So hat er uns zum Beispiel fermentierte Bohnen probieren lassen, welche laut Henrik das Nummer 1 Essen ist, was Ausländer nicht mögen (schmeckt laut Annika nach schlecht gewordenen Bohnen) . Das Geräusch, welches er gemacht hat, während er sie gegessen hat, war btw schon witzig, so dass Anni und ich erstmal lautstark losgelacht haben, als er angefangen hat, sie zu Essen. Er hatte uns aber vorgewarnt, dass das etwas komisch klingt. Es hört sich ein bisschen so an, als würde man irgendetwas flüßiges mit Stücken schlürfen (was es ja auch ist). Zum Nachtisch hat er uns dann noch ein warmes Anko-Dessert mit Mochi zubereitet, was bestimmt ultra lecker war, für mich jedoch nur warm und süß geschmeckt hat. Auch von den geräuchtern Gurken oder der speziellen Sojaoße habe ich jetzt immer noch kein Geschmacksbild vor Augen (oder wohl eher in den Geschmacksnerven?). Nach und nach sind dann die anderen ins Bett gegangen. Der Typ, der uns alles probieren lassen hat blieb noch in bisschen länger und so haben wir uns noch ein bisschen mit ihm unterhalten. Er ist Student aus Osaka und wenn wur mal dort sein sollten, sollen wir ihm Bescheid geben, dann führt er uns rum. Gegen 11 Uhr sind wir dann langsam schlafen gegangen. Morgen und übermorgen haben wir dann erstmal frei.

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