Eigentlich hatten wir den Tag über nichts spezielles geplant und so sind wir erst mal ziemlich entspannt in den Tag gestartet. Irgendwann sind wir dann einkaufen gegangen um später wieder etwas kochen zu können. Davor hatten wir allerdings noch Julia von der Organisation angeschrieben, einmal um zu erfahren, wann wir denn jetzt genau unser Bewerbungsgepräch für die Farm haben werden und andererseits weil ich ein Problem mit meinen mobilen Daten hatte. Nach dem Einkauf hatte Julia dann zumindest Annika auf die Frage mit dem Zeitpunkt des Bewerbungsgepräches geantwortet und gemeint, wir hätten das dann irgendwann nächste Woche.
Und das hat bei uns einiges durcheinandergeworfen… denn eigentlich hatten wir damit gerechnet, schon am Amfang der Woche auf die Farm zu können. Wir haben dann erstmal geguckt, bis wann wir überhaupt das Zimmer im Sharehouse gebucht haben und es stellte sich heraus, das wur es nur bis zum 23. also sprich heute gebucht hatten… wir haben allerdings keine Nachricht oder so bekommen, dass wir heute hätten ausziehen müssen (es war schon gegen 17 Uhr). Wir haben dan natürlich erst mal schön Panik geschoben, was wir denn jetzt machen sollten. Denn so plötzlich ausziehen wäre ganz scön kompliziert, vor allem, da wir absolut kein Plan hatten, wo wir denn unterkommen hätten sollen. Daraufhin hat Annika erst mal sämtlich Kontakte von WorldUnite! angeschrieben, die wir so hatten und nachgefragt, was den jetzt los sei, denn selbst beim Zimmerwechsel wurden wir 24 Stunden vorher benachrichtigt und hatten sämtliche Informationen zum Ablauf erhalten. Völlig aufgschmissen und wie auf Kohlen verbrachten wir dann die nächste Stunde im Zimmer. Irgendetwas anzufangen lohnte sich nicht, da ständig mit einer Antwort rechneten. Wir haben dann auch erstmal unseren Frust den anderen von unserer Truppe erzählt, die uns dann natürlich sofort unterstützt haben und sich zusammen mit uns aufgeregt haben. Zwischendurch hab ich dann auch mit meinem Vater telefoniert, der meine Überlegung unterstützte, wir sollten nicht ausziehen, denn sie würden uns höchstens nachzahlen lassen, aber halt nicht mehr als den Tagessatz. Etwas beruhigt sind wir dann runter gegangen um was zu kochen. Denn wenn wir weiter nichts im Zimmer gemacht hätten wäre ich noch verrückt geworden. In der Küche haben grade zwei aus dem Sharehouse ein Kochduell ausgetragen, ganz nach Foodwars-stil. Als wir nach dem Kochen wieder hoch ins Zimmer gegangen sind, bekamen wir dann endlich Antwort von jemanden. Wir standen in der Liste noch bis zum 28. in unserem Zimmer drinne. Wahrscheinlich hatte das jemand für uns verlängert da klar war, dass wir nicht sofort auf die Farm können. Das war erstmal eine ganz schön große Welle der Erleichterung. Im Endeffekt haben wir jetzt für unser Zimmer sogar noch eine Woche länger eintragen lassen, vorsichtshalber. Früher ausziehen können wir immer und müssen dann natürlich nur die Nächte zahlen, die wir tatsächlich im Sharehouse schlafen. Trotzdem wäre es halt mal ganz cool gewesen, wenn man uns Bescheid gesagt hätte, das es jemand für uns verlängert hat, damit wir nicht (wie wir es nunmal getan haben) Panik wegen nichts schieben.
Aufgrund des kurzzeitigen Stresses haben wir uns dann zu nichts mehr großartig in der Lage gefühlt und haben endlich unseren Filmabend, den wir uns vorgenommen hatten, gemacht. Also saßen wir mit seltsamen Getränken, salzigem Popcorn und Chips in einer mir unbekannten Geschmacksrichtung (welche aber über geil waren) auf meinem Bett und haben ein bisschen durch die Netflixmediathek gescrollt.
Generell zu der Organisation hier kann man sagen, dass die Vorbereitung in Deutschland echt super war. Einem wurde bei allem geholfen oder Hilfe angeboten und wenn man Fragen hatte, wurde meistens innerhalb von 24 Stunden geantwortet. Dort war es die Organisation AIFS. Hier in Japan sind wir allerdings bei WorldUnite! und da klappt es irgendwie nicht mehr ganz so gut. Klar helfen die einem auch, und da bin ich auch dankbar für, denn alleine hätte ich keine Ahnung, wie ich zb. mich hier hätte ummelden sollen oder ein Bankkonto eröffen sollen. Auch bei der Jobsuche wird einem hier gut geholfen. Wenn man allerdings spontane Probleme oder Fragen hat, dann wird einem meistens erst spät geantwortet und dann auch nicht immer zufriedenstellend. Auch klappt anscheindend die Kommunikation zwischen WorldUnite! und AIFS nicht ganz so gut, denn wir wurden zb. erst kürzlich gefragt, ob wir denn mal unsere Lebensläufe und co. schicken könnten, welche wir allerdings schon vor unserer Abreise eingereicht haben. Als wir sie dann darauf hingewiesen haben, dass sie es schon haben dürfen, haben sie es dann auch gefunden. Trotzdem bin ich froh eine Organisation zu haben. Alleine sähe es hier nämlich ganz schön schwer aus. Denn auch wenn es manchmal etwas braucht, wird einem doch geholfen.