Der Wecker klingelte heute schon recht früh und dann hieß es fertig machen und ab zur Schule. Eigentlich was ich ja ganz froh das Schulleben hinter mich gebracht zu haben and now it starts again… Da wir mit der Bahn fahren mussten, sind wir natürlich erst mal in den japanischen Berufsverkehr gekommen. Schön voll kann ich euch sagen. Da heißt es, wenn du denkst, dass du nicht rein passt dann quetsch‘ dich rein, dann passt du rein. Trotzdem passiert das alles mit einer sehr distanzierten Höflichkeit. Keiner meckert rum oder ist angepisst, es wird sich ordentlich angestellt bevor die Bahn kommt und dann gesittet eingestiegen. Dich guckt keiner komisch an wenn du mal jemanden anrempelst, weil du dich nicht festhalten kannst und ins Straucheln gerätst. Die Bahnen fahren hier auch gefühlt schneller und sind länger. Oft sieht man Leute auf den Sitzplätzen schlafen oder zumindest die Augen geschlossen halten. Jedenfalls kamen wir pünktlich und unversehrt in der Sprachschule an. Dort stellte sich dann heraus, dass Anni und ich leider in getrennte Kurse kommen. Zu meinem Glück war jedoch Nicole in meinem Kurs, so war ich nicht alleine die Neue (Wir sind in einen schon bestehenden Kurs dazugestiegen). Der Unterricht an sich war überraschend locker. Aber das lag wahrscheinlich hauptsächlich an den anderen Schülern die alles nicht so streng sahen und so auch im Unterricht miteinander redeten etc. Bei der Vostellung in der Klasse sollte man jeweils seinen Namen und sein Herkunftsland nennen. Unser Kurs ist ganz schön gemischt. Wir haben von Kanada bis Korea über Italien alles dabei. Mit dem Unterrichtsniveau komme ich auch ziemlich gut klar. Es ist so ungefähr das Sprachlevel was ich habe (War jetzt nicht verwunderlich). Ich verstehe zwar nicht alles aber doch den eindeutig größten Teil. Nur mit ein zwei Dingen hab ich noch meine Probleme, aber auch nur, weil wir die in meiner Sprachschule davor nicht behandelt haben. Lediglich die Pausen sind etwas zu kurz um groß etwas zu machen (10 Minuten). Wir haben übringens von 9:10 Uhr bis 12:50 Uhr Schule.
Wieder zuhause angekommen sind wir auch kurz daraus wieder los um einzukaufen. Denn es gibt noch eine Sache die mich hier etwas stört und zwar die Essensstituation. Im Moment hab ich hier noch absolut keine Regelmäßigkeit was das Essen angeht. Die einzige regelmäßige Mahlzeit ist das Frühstück. Mittags esse ich dann entweder etwas aus einem Combini oder gehe Essen. Je nach dem was ich dann Mittags gemacht habe, mache ich dann abends das Gegenteil. Auch Kochen ist hier wie schon gesagt nicht ganz so nice, weshalb mal Essen für sich selber zubereiten bisher eher nicht so einfach war. Aiuch wenn man sich ständig nach anderen richtet schränkt man sich ein. Alles in allem war es zwar machbar, fühlte sich aber nicht wie eine Lösung für die Ewigkeit an (auch weil das nicht ganz so günstig ist). Also hab ich das ganze Mal ein bisschen mit Anni besprochen und war ganz froh. da auf Verständis und die selben Ansichten zu stoßen. Also haben wir erstmal ein bisschen Kochgeschirr und haufenweise gesunde Lebemsmittel eingekauft. Es hat sich so gut angefühlt endlich mal wieder so viel Obst und Gemüse im Einkaufswagen zu haben. Leider ist gerade Obst hier sehr teuer… es war auch mein mit Abstand teuerster Einkauf bisher, aber es sollte erstmal für ein paar Tage reichen.

Jedenfalls sind wir dann in die Küche, um aus den frischen Zutaten Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Das stellte sich dann blos etwas schwierig heraus mit nur einem Topf aber wir haben es geschafft, auch weil Anni sich irgendwann eine der Pfannen für die Allgemeinheit genommen hat. Wir hatten trotzdem nur einen Pfannenwender zum umrühren und nur ein Messer. Aus der etwas längeren Kochsession ist dann mein erstes richtoges Bento entstanden. Es sieht auch meiner Meinung nach echt gut aus, nur das Obst fehlt. Ich bin mal gespannt, ob es auch schmeckt. Während wir für uns selber gekocht haben, waren Marie und Nicole so nett und haben das Essen für uns vier gemacht. Es gab Nudeln mit Tomatensoße, absolut passend. Es war auch sehr lustig das ganze mit Stäbchen aus einer Schüssel zu essen, ich besitze nämlich keine Gabel.